Zur diesjährigen Verabschiedung der Absolventen der Kaufmännischen Berufschule (KBS) der Johann – Philipp – Bronner Schule, Wiesloch begrüßte der Leiter der KBS, Studiendirektor Walter Kenz, alle in der Aula anwesenden Schüler, Eltern, Lehrer und Ausbilder. Mit ihrer Anwesenheit zeigten letztere ihre gemeinsame Verantwortung mit dem Partner Kaufmännische Berufsschule im Rahmen der dualen Ausbildung. Achtzig Auszubildende, die in dreiunddreißig verschiedenen Betrieben der Region ausgebildet wurden, haben an der Abschlussprüfung teilgenommen. Erstmalig nahmen vierzehn Schülerinnen und Schüler an der freiwilligen Prüfung im Fach „Berufsbezogenes Englisch“ teil und erhielten nach erfolgreicher Prüfung dafür in Form eines Zertifikats eine Zusatzqualifikation bescheinigt. Bevor Walter Kenz mit seinen Gedanken zur Entlassung begann, sangen die zukünftige Industriekauffrau Christina Zeibekakis und ihr Partner Domink Steegmüller ein Duett aus „Dirty Dancing“: Ein heiter – beschwingtes Stück, gekonnt vorgetragen und mit heftigem Applaus belohnt. In Anspielung an die zu ende gegangene Deutschland – Tour, haben die Berufsschüler ein wichtiges Etappenziel erreicht, so Kenz in seiner Rede. „Aber die Tour geht weiter. Wie wertvoll und tragfähig dieser Abschluss ist, wie hilfreich bei der Bewältigung weiterer beruflicher Etappen das hängt, um im Bild zu bleiben, auch von der Beschaffenheit der Strecke, der Übersichtlichkeit des Geländes, von der Zahl und Stärke der Konkurrenten ab. Auch von Ihrem Trainingsfleiß und von Ihrer Bereitschaft, das eigene Können und die bisherige Technik oder auch Taktik zu vervollkommnen. Gefordert sind auch soziale Fähigkeiten: Können Sie sich in einem Team einordnen und anderen zuarbeiten? Sind Sie bereit, Verantwortung zu übernehmen? Bergetappen und Talfahrten werden sich abwechseln. Da muss man seine Kräfte richtig einteilen, Risiken rechtzeitig erkennen, Chancen wahrnehmen und kritische Situationen meistern. Es gilt, gegen Wind und Wetter anzukämpfen, auch unter widrigen Umständen die Balance zu halten und seine eigenen Grenzen zu er - fahren. Neben Ihrem eigenen Können gibt es zahlreiche Rahmenbedingungen, wie betriebliche Vereinbarungen, gesetzliche Vorschriften und gesellschaftliche Konventionen, die man nur bedingt beeinflussen kann. Darüber wird zur Zeit heftig gestritten. Alle bisher als Reformen verkauften Änderungen, so Kenz weiter, brachten keine dauerhafte Verbesserung der Situation. Spürbare Veränderung setzt die Bereitschaft voraus, die eigene Verantwortung an den gegebenen Verhältnissen zu erkennen. Nicht nur Politiker, wir alle denken noch zu sehr in den Kategorien des uns lieb und teuer gewordenen, für alles zuständigen Fürsorgestaates. Wir erkennen noch nicht, dass mit der größeren Verantwortung auch ein Zugewinn an persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit verbunden ist. Kenz wandte sich noch einmal direkt an die Absolventen: „Es ist Ihre Zukunft, die zur Diskussion steht. Gestalten Sie sie bewusst mit!“ Entspannend wirkte der nächste Song des Duos Zeibekakis / Steegmüller, der dem Musical „Die Schöne und das Biest“ entnommen war. Studiendirektor Thomas Christ, der Ständige Vertreter des Schulleiters, ließ es sich nicht nehmen, die Schüler auszuzeichnen, deren besondere Leistungen zu einem Lob bzw. Preis führten. In seinen hinführenden Worten betonte Christ, dass Schule mehr sei als ein Lernort, Schule sei kein „Selbstbedienungsladen“ und eine Prüfung sei mehr als der Nachweis, gut gelernt zu haben. Diesmal erhielten acht Schülerinnen und Schüler einen Preis und neun ein Lob. Anschließend wurden die Auszubildenden aus dem Kurs „Berufsbezogenes Englisch“ ausgezeichnet. Relativ viel Zeit beanspruchte die Vergabe der Zeugnisse an die achtzig Absolventen; die Klassenlehrer verbanden mit dem vorläufig letzten Händedruck ein nettes Wort zum Abschied für ihre nun ehemaligen Schüler. Sven Eckardt, ein zukünftiger Industriekaufmann, plauderte in seiner Schülerrede munter über seine Erfahrungen in der Berufsschule. Dabei lobte er die gute PC – Ausstattung und die guten Prüfungsvorbereitungen durch die Fachlehrer. Danach dankten die Schüler ihren Lehrern für das gute Miteinander. Gefühlvoll klinkten sich Christina Zeibekakis und Dominik Steegmüller ein mit einem Song aus dem Musical „Miss Saigon“. Wiederum gelang es den beiden, die Zuhörer zu fesseln. Hervorzuheben ist das vollendete Timbre der Stimmen und die Meisterung auch der schwierigsten Passagen in den drei Werken dieser Feierstunde. Studiendirektor Walter Kenz dankte allen, die zum Gelingen dieser Feierstunde beigetragen haben, insbesondere den Schülerinnen und Schülern der Klasse 11/3 des Wirtschaftsgymnasiums, die sich bereiterklärt hatten, die Gäste im Anschluss an den Offiziellen Teil, zu bewirten. Davon Gebrauch zu machen, lud der Leiter der KBS alle Anwesenden herzlich ein. Fs |