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„Jeder,
der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen.
Jeder, der weiterlernt ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen!“
Mit
diesem Zitat des weltberühmten Erfinders des Fließbandes, Henry Ford, eröffnete
der Leiter der Kaufmännischen Berufsschule (KBS) der Johann – Philipp
– Bronner Schule Wiesloch, Studiendirektor Walter Kenz, in der Aula des
Berufsschulzentrums die Feierstunde zur Verabschiedung der diesjährigen
Absolventen der KBS. Besonders willkommen hieß Kenz die anwesenden
Ausbilderinnen und Ausbilder des Dualen Partners. Angetreten waren vor
drei Jahren 88 Auszubildende in fünf verschiedenen Berufsfeldern:
Industrie-, Büro-, Einzelhandels-, Großhandels-, Informatik- und It-
System – Kaufleute. Der praktische Teil der Berufsausbildung fand in 51
verschiedenen Ausbildungsbetrieben der Region statt.
An das Zitat Fords
anknüpfend, mahnte Walter Kenz die Absolventen: heute gehe nur die
Schulzeit zu ende, nicht das Lernen an sich. Der erfolgreiche Abschluss
der Berufsausbildung sei sicher ein wichtiger Meilenstein in der
beruflichen Laufbahn. Als „Erstausbildung“ habe sie aber ihre Grenzen.
Das erworbene Fachwissen reiche längst nicht mehr ein Leben lang. Immer
bedeutsamer sei die Fähigkeit, sich neues Wissen schnell anzueignen und
auch anzuwenden. Walter Kenz verschwieg nicht, dass derzeit die duale
Berufsausbildung in einer Krise stecke. Er nannte einige Ursachen: geringe
Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe, hohe Arbeitslosigkeit auch von
Jugendlichen und die Zurückhaltung beim Konsum wegen der hohen
Arbeitslosigkeit und Verunsicherungen durch manche Reformmaßnahmen.
Dennoch gebe es zum
dualen Ausbildungssystem keine Alternative: „Die Gesellschaft muss auf
die Verantwortung, die Vernunft und Weitsicht von Unternehmern setzen, die
Ausbildung wieder als unumgängliche Investition in die Zukunft sehen und
nicht als einen Gefallen, den sie dem Nachwuchs der Gesellschaft tun.“
Die duale Berufsausbildung in Schule und Betrieb verliere ebenfalls an
Wert, wenn sie immer häufiger keine Übernahme in ein Arbeitsverhältnis
garantiere. Auch die Verantwortlichen in den Betrieben müssten sich
schließlich irgendwann fragen, wer denn in zehn oder zwanzig Jahren die
Qualitätsprodukte fertigen soll, die sich auf dem Weltmarkt teuer
verkaufen lassen. Nur wenn der Jugend der Zugang zum Arbeitsmarkt und
damit eine persönliche Lebensperspektive ermöglicht werde, könne man
sie auch an ihre Verantwortung für die Gesellschaft erinnern. Nachdem der
Leiter der KBS sich in seiner Rede für eine Wiederbelebung des im Ausland
viel gepriesenen dualen Ausbildungssystems stark gemacht hatte, sprach er
noch ein anderes Thema an, dass ihm bedeutsam erschien: den Umgang mit der
deutschen Sprache. Walter Kenz zitierte „Die Zeit“ vom Mai 2005: „Es
geht bergab mit der Sprache, machen wir uns nichts vor. Die Fernsehschwätzer
beherrschen die Szene, die Bücherleser sind eine bedrohte Gattung, die
Grammatik ist unter den jungen Leuten unpopulär, ihr Wortschatz
geschrumpft, und viele Siebzehnjährige betreiben Sprechen so, als ob es
ein Nebenprodukt des Gummikauens wäre.“ Schule als auch Betriebe
erwarten von ihren Auszubildenden die grundlegende Beherrschung der
deutschen Sprache in Wort und Schrift. Als Mindeststandard werde die Fähigkeit
vorausgesetzt, einfache Sachverhalte mündlich und schriftlich klar
formulieren und aufnehmen zu können. Nur mit unzureichenden
Sprachkenntnissen seien Gesetzestexte, betriebs- und volkswirtschaftliche
Zusammenhänge nicht einmal zufriedenstellend wiederzugeben, geschweige
denn zu erklären. Sprachliche Kompetenz, so Kenz weiter sei ebenfalls ein
grundlegendes Element der Persönlichkeitsbildung. Sprache sei das einzige
humane Instrument zur Konfliktlösung. Wer die Sprache beherrsche,
durchschaue leichter den Missbrauch von Sprache in der Reklame und in der
politischen Propaganda. Sprachliches Unvermögen dagegen hemme das
Selbstvertrauen, die Welterschließung, das Verstehen des anderen und
erschwere es, sich selbst verständlich zu machen. Walter Kenz ging es in
seiner Rede nicht um Schuldzuweisungen, sondern er wollte den Absolventen
der KBS Mut machen, in dem Bemühen, die eigene sprachliche Kompetenz auch
außerhalb schulischer Bildungsgänge permanent zu verbessern. Die Schülerinnen
und Schüler sollen damit ihre beruflichen Chancen erhöhen und ihren
eigenen Horizont erweitern. |