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Verabschiedung der Absolventen der Kaufmännischen Berufsschule 

Sommer 2005

 „Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen!“

 Mit diesem Zitat des weltberühmten Erfinders des Fließbandes, Henry Ford, eröffnete der Leiter der Kaufmännischen Berufsschule (KBS) der Johann – Philipp – Bronner Schule Wiesloch, Studiendirektor Walter Kenz, in der Aula des Berufsschulzentrums die Feierstunde zur Verabschiedung der diesjährigen Absolventen der KBS. Besonders willkommen hieß Kenz die anwesenden Ausbilderinnen und Ausbilder des Dualen Partners. Angetreten waren vor drei Jahren 88 Auszubildende in fünf verschiedenen Berufsfeldern: Industrie-, Büro-, Einzelhandels-, Großhandels-, Informatik- und It- System – Kaufleute. Der praktische Teil der Berufsausbildung fand in 51 verschiedenen Ausbildungsbetrieben der Region statt.

An das Zitat Fords anknüpfend, mahnte Walter Kenz die Absolventen: heute gehe nur die Schulzeit zu ende, nicht das Lernen an sich. Der erfolgreiche Abschluss der Berufsausbildung sei sicher ein wichtiger Meilenstein in der beruflichen Laufbahn. Als „Erstausbildung“ habe sie aber ihre Grenzen. Das erworbene Fachwissen reiche längst nicht mehr ein Leben lang. Immer bedeutsamer sei die Fähigkeit, sich neues Wissen schnell anzueignen und auch anzuwenden. Walter Kenz verschwieg nicht, dass derzeit die duale Berufsausbildung in einer Krise stecke. Er nannte einige Ursachen: geringe Ausbildungsbereitschaft vieler Betriebe, hohe Arbeitslosigkeit auch von Jugendlichen und die Zurückhaltung beim Konsum wegen der hohen Arbeitslosigkeit und Verunsicherungen durch manche Reformmaßnahmen.

Dennoch gebe es zum dualen Ausbildungssystem keine Alternative: „Die Gesellschaft muss auf die Verantwortung, die Vernunft und Weitsicht von Unternehmern setzen, die Ausbildung wieder als unumgängliche Investition in die Zukunft sehen und nicht als einen Gefallen, den sie dem Nachwuchs der Gesellschaft tun.“ Die duale Berufsausbildung in Schule und Betrieb verliere ebenfalls an Wert, wenn sie immer häufiger keine Übernahme in ein Arbeitsverhältnis garantiere. Auch die Verantwortlichen in den Betrieben müssten sich schließlich irgendwann fragen, wer denn in zehn oder zwanzig Jahren die Qualitätsprodukte fertigen soll, die sich auf dem Weltmarkt teuer verkaufen lassen. Nur wenn der Jugend der Zugang zum Arbeitsmarkt und damit eine persönliche Lebensperspektive ermöglicht werde, könne man sie auch an ihre Verantwortung für die Gesellschaft erinnern. Nachdem der Leiter der KBS sich in seiner Rede für eine Wiederbelebung des im Ausland viel gepriesenen dualen Ausbildungssystems stark gemacht hatte, sprach er noch ein anderes Thema an, dass ihm bedeutsam erschien: den Umgang mit der deutschen Sprache. Walter Kenz zitierte „Die Zeit“ vom Mai 2005: „Es geht bergab mit der Sprache, machen wir uns nichts vor. Die Fernsehschwätzer beherrschen die Szene, die Bücherleser sind eine bedrohte Gattung, die Grammatik ist unter den jungen Leuten unpopulär, ihr Wortschatz geschrumpft, und viele Siebzehnjährige betreiben Sprechen so, als ob es ein Nebenprodukt des Gummikauens wäre.“ Schule als auch Betriebe erwarten von ihren Auszubildenden die grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Als Mindeststandard werde die Fähigkeit vorausgesetzt, einfache Sachverhalte mündlich und schriftlich klar formulieren und aufnehmen zu können. Nur mit unzureichenden Sprachkenntnissen seien Gesetzestexte, betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge nicht einmal zufriedenstellend wiederzugeben, geschweige denn zu erklären. Sprachliche Kompetenz, so Kenz weiter sei ebenfalls ein grundlegendes Element der Persönlichkeitsbildung. Sprache sei das einzige humane Instrument zur Konfliktlösung. Wer die Sprache beherrsche, durchschaue leichter den Missbrauch von Sprache in der Reklame und in der politischen Propaganda. Sprachliches Unvermögen dagegen hemme das Selbstvertrauen, die Welterschließung, das Verstehen des anderen und erschwere es, sich selbst verständlich zu machen. Walter Kenz ging es in seiner Rede nicht um Schuldzuweisungen, sondern er wollte den Absolventen der KBS Mut machen, in dem Bemühen, die eigene sprachliche Kompetenz auch außerhalb schulischer Bildungsgänge permanent zu verbessern. Die Schülerinnen und Schüler sollen damit ihre beruflichen Chancen erhöhen und ihren eigenen Horizont erweitern. 

Zu dieser Eroberung der Welt wünschte Walter Kenz den Absolventen der Kaufmännischen Berufsschule viel Erfolg. Die Auszeichnungen Lob und Preis für herausragende schulische Leistungen vergab der Leiter der Bronner Schule, Oberstudiendirektor Reinhard Müller an 14 Schülerinnen und Schüler. Studiendirektor Kenz  vergab an 16 Schülerinnen und Schüler ein im Rahmen des Ergänzungsprogramms der Bronner Schule erworbenes SAP/R3 – Zertifikat.
14 Schülerinnen und Schülern erhielten ein vom Ministerium für Kultus und Sport ins Leben gerufenen Zertifikat für den erfolgreichen Abschluss in „Berufsbezogenem Englisch“. Und dann kam die lange ersehnte Übergabe der Abschlusszeugnisse durch die jeweiligen Klassenlehrerinnen und -lehrer Angelika Decker, Elke Beyerer, Bettina Koschmieder- Balarini, Günter Katz und Hans-Peter Lutz. Die musikalische Untermalung der Feierstunde übernahm am Klavier Thessa Ruda vom Wirtschaftsgymnasium an der Bronner Schule. Aus gegebenem Anlass hatte sie zwei gefühlvolle Stücke  aus dem Ballett „Schwanensee“ von Tschaikowsky und die Mondscheinsonate von Beethoven ausgewählt und gekonnt interpretiert. Am Ende der Veranstaltung lud Walter Kenz die Anwesenden zu einer Erfrischung im Foyer ein. Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule hatten unter Leitung von Cornelia Geider – Starke und Bettina Koschmieder – Ballarini eine ansehnliche Getränkeauswahl vorbereitet.

 

Preise erhielten:
Oliver Schleicher    Choice Management GmbH
Sabine Münd   IKEA
Manuela Sandhas Reformhaus Semann
Eva Stein Firma Welker
 
Ein Lob erhielten:
Eugen Günther  Bihl GmbH
Benjamin Metzinger Heidelberger Druckmaschinen
Melanie Werner Heidelberger Druckmaschinen
Benjamin Haffner    SAP
Daniela Mack   SAP
Kerstin Schemenauer SAP
Thomas Vollmershausen Schwab & Kretz
Wadim Bauer Firma Horst Simeon
Johann Hufnagl Vergölst
Heiko Brenner Volksbank Kraichgau
 

Fs  

 
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