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| | Verabschiedung der Abiturienten | | Die offizielle Verabschiedung der Abiturienten des Wirtschaftsgymnasiums (WG) der Johann - Philipp - Bronner Schule Wiesloch am 2. Juli eröffnete schwungvoll die Abi - Band des Jahrgangs 2004 (Johanna Engelberger, Tobias Rössler & Achim Uhrig) mit "Breakfast At Tiffany's". Studiendirektor Jürgen Ersing, der Leiter des WG begrüßte die in der Aula des Berufsschulzentrums Wiesloch anwesenden Abiturienten, Eltern, Freunde und Lehrer sehr herzlich. Der Leiter des WG beglückwünschte die Absolventen zur erlangten allgemeinen Hochschulreife und dankte deren Eltern für die tatkräftige Unterstützung ihrer Söhne und Töchter. 69 Schülerinnen und Schüler des WG haben das Abitur 2004 geschafft. Eine stolze Leistung, wie Jürgen Ersing betonte: Der Durchschnitt der Noten aller Abiturienten beträgt dieses Jahr 2,6. | Die Ansprache des Abends hatte dieses Mal die Fachschaft Religion übernommen. Pfarrer Gerhard Engelsberger sprach über etwas, das ihn selbst sehr beschäftige, das Schüler 13 Jahre und länger beschäftige: die Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern. Könne man von einer Schicksalsgemeinschaft sprechen? Einer sei des anderen Stress, einer des anderen Spaß und Ärger, einer des anderen Langeweile, einer des anderen Freude und Glück; so wie im richtigen Leben. Gerhard Engelsberger gratulierte vom Rednerpult allen, die das Abitur als Zwischenziel bestanden haben: z. T. mit minimalem Aufwand, z. T. mit maximaler Kreativität, z. T. mit großer Gelassenheit und auch zuweilen mit bezauberndem Charme. Ab-itur komme von lateinisch ab-ire, d.h. weggehen, abgehen. Mit dem Reifezeugnis sei der höchste in unserem Land erreichbare Schulabschluss zugleich mit dem fürs Erste endgültige Ab-Gang von der Schule verbunden. Und Stolz könnten die Absolventen heute sein. Abitur könne man nicht kaufen, man müsse es machen. In 13 Jahren bewältigten Schüler in etwa 1.200 Klassenarbeiten. Doch selbst mit dem Abiturzeugnis in der Tasche seien Prüfungen und Beurteilungen nicht vorbei. Kein Vorstandsvorsitzender sei davon frei, kein Bundeskanzler. Reife und Bildung sollten die Abiturienten erlangt haben. Dabei diene Bildung zunächst einmal dazu, das eigene Maß zu finden, um dann von dort aus für andere mit anderen zu gestalten. Gerhard Engelberger schilderte nun humorvoll und zugleich nachdenklich stimmend ein Stück Schulalltag. Zu Beginn des Schuljahres seien Schüler wie Lehrer ausgeruht, voll Tatendrang. Gegen Mitte des Schuljahres würden Schüler wie Lehrer müde, Blessuren heilten nicht übers Wochenende. Gegen Ende des Schuljahres würden Lehrer ernster beim Noten eintragen, zu vieles sei wieder ausgefallen, dränge jetzt. Pfarrer Engelberger sei immer wieder überrascht, mit welchem Elan, mit welcher Energie Lehrerinnen und Lehrer heute noch ihren Beruf ausübten: "Die reißen nicht ihren Job runter. Die machen das mit ganz viel Herzblut!". Es gebe Beziehungen, da wolle es der eine dem anderen zeigen: "Wer bin ich denn? Der kann mich mal!" Das sei das Ende der Beziehungen. Nicht untypisch in unserer Gesellschaft, so Engelsberger weiter. Schüler und Lehrer seien aufeinander angewiesen. Einer könne den anderen stark oder schwach machen. Es gebe Beziehungen, da wolle der andere was wissen vom anderen, damit er selber weiterkomme: "Wer bist du denn? Und wohin willst du? Und wie können wir uns gegenseitig helfen?" Es wäre ein Traum, wenn Schüler und Lehrer das verstünden. Wenn Schüler verstünden: Lehrer sind Menschen, die wollen Schülern helfen, weiter zu kommen. Wenn Lehrer verstünden: in Schülern steckt Potenzial, das es abzurufen gilt. Schüler können helfen den Unterricht noch besser zu gestalten. Gerhard Engelsberger forderte den ehrlichen Umgang zwischen Schülern und Lehrern: miteinander reden, Erwartungen äußern, Überlastungen äußern, Chancen ehrlich beschreiben und Fragen stellen: "Wer bist du?, Woher kommst du?, Wohin gehst du?, Wo bist du zu Hause?" Das seien Fragen nach einer tieferen Wahrheit, von der die Religionen in einigermaßen verständlichen Worten zu reden versuchten. Es gebe Fragen, die müssten gestellt werden, wenn eine Wirtschaft gesund sein soll. Wenn das Arbeiten und Leiten, das Planen und Rechnen nicht die Seele und die Gesundheit und die Beziehungen der Menschen kaputt machen soll, wenn der Mensch -sagt Jesus- nicht um des Gesetzes willen da ist, sondern das Gesetz um des Menschen willen. Engelsberger zitierte in diesem Zusammenhang Siegmund Freud, der von drei großen Kränkungen des Menschen spreche: Kopernikus habe den Menschen gekränkt, in dem er nachwies, dass nicht die Erde, also der Mensch, im Mittelpunkt des Universums stehe, Darwin habe gesagt, der Mensch habe Vorfahren aus dem Tierreich und die Psychoanalyse behaupte, der Mensch sei von seinem Unterbewusstsein gesteuert. Weit mehr sei aber die Menschheit durch sich selbst gekränkt worden: sie habe Systeme geschaffen, die den Menschen überflüssig mache. Manchmal habe man den Eindruck, der Rahmen sei wichtiger als das Bild. Dabei sei doch das Bild, also der Mensch unendlich wertvoller als jeder Rahmen. Engelsberger wandte sich direkt an die Abiturienten: Mit ihrem Ab-Gang bleiben sie weiterhin im Spiel: in einer neuen Rolle. Vielleicht eines Tages als Vorgesetzte, als Selbständige, vielleicht als Mutter oder Vater; vielleicht eines Tages als Lehrerin oder Lehrer: "Schule, das war Ihr Leben, 13 lange Jahre." Nun sind Sie frei. Das sollten Sie auch genießen - eine Weile. Genießen ja - aber dann nicht die Hände verbergen und das Herz verstecken, die Erfahrung und Gaben verweigern, wenn man die Abiturienten brauche. "Und wir alle brauchen gerade Sie!" Zum Abschluss seiner Ansprache an die Abiturienten betonte Pfarrer Engelberger, dass Lehrer an Schüler keine Früchte verkauften, nur Samen. Dieser Samen solle die Chance haben, aufzugehen, wünschte er den Absolventen im Namen aller Lehrer der Bronner Schule, und "Gottes reichen Segen für die Zukunft!" Die heitere und nachdenkliche Stimmung griff der Abiturient Fabian Christ per Klavier gefühlvoll mit "My Way" auf. Die Lob- und Preisträger wurden auf die Bühne gebeten. Der Leiter der Johann - Philipp - Bronner Schule, Oberstudiendirektor Reinhard Müller, übergab die Urkunden persönlich. Es sei doch ein schönes Gefühl, wenn man das erreicht habe, was man sich drei Jahre lang erhoffte, so der Schulleiter: Abitur, eine Mixtur aus persönlicher Leistungsbereitschaft und der Tatkraft von Lehrern und Eltern, und am Ende die Gewissheit, die gemeinsame Arbeit hat sich gelohnt. Anschließend teilten die Klassenlehrer Günter Katz, Werner Bender, Michael Rochlitz und Michael Ries die schwer erarbeiteten Abiturzeugnisse aus. Mit dem Song "Say Good Night" leitete die Abi - Band gekonnt zur traditionellen Schülerrede über. Die Abiturientin Angela Dorrough brachte ihre Freude über das bestandene Abitur zum Ausdruck: endlich wieder durchschlafen können und tief durchatmen. In Klasse 11 hatten die Projekttage ihnen allen geholfen sich in der neuen Schule einzuleben. Im Klassenverband habe sie sich sehr wohl gefühlt. Die Lehrer hätten jederzeit für eine freundliche Atmosphäre in der Schule gesorgt. Vermisst habe sie die musischen Fächer, wie Kunst und Musik. Dafür sei das Unternehmensplanspiel umso besser gewesen. Angela Dorrough äußerte sich sehr zufrieden über die Lehrer an der Bronner Schule. Nicht an jeder Schule sei das Klima so gut. Alle Schüler hätten Kraft getankt für härtere Zeiten außerhalb der Schule und fühlten sich gut auf das Leben vorbereitet. Einem interessanten Rückblick auf drei Jahre Bronner Schule folgte ein Ausblick: die Absolventen wollen eine Berufsakademie besuchen, an einer Universität studieren, auch Lehrer werden oder eine Ausbildung beginnen. Herzlich gratulierte im Anschluss auch der Vorsitzende des Fördervereins der Bronner Schule, Alex Wolf. Selbst einmal Wirtschaftsgymnasiast im Hause, stellte er die Arbeit des Fördervereins vor und die Möglichkeit über eine Mitgliedschaft mit der Bronner Schule verbunden zu bleiben. Die Abi - Band bereitete mit dem flotten Song "Time Of Your Life" das Ende der Feierstunde vor. Jürgen Ersing, der Leiter des WG meldete sich noch einmal zu Wort und sprach allen Mitwirkenden seinen Dank aus. | | Unmittelbar darauf bat Oberstudienrat Michael Rochlitz die Vertreter der Fachschaften der Bronner Schule auf die Bühne. Er dankte im Namen aller Kollegien und Kollegen Studiendirektor Ersing für seine langjährige Tätigkeit als Leiter des Wirtschaftsgymnasiums und Oberstufenberater, dankte ihm für seine Loyalität und Geduld und wünschte dem älteren Kollegen einen guten Start in den wohlverdienten Ruhestand. Gerührt beendete Jürgen Ersing mit wohlgesetzten Worten die Verabschiedung der Abiturienten 2004 und lud zu einem Verweilen in der Aula bei Sekt und Sandwiches und interessanten Gesprächen. | Der diesjährige traditionell von den Abiturienten des WG veranstaltete ABI - Ball im Palatin stand ganz im Zeichen von Hip-Hop-Darbietungen und den Eigenkompositionen von Fabian Christ, die er am Klavier souverän und gekonnt vortrug. In seiner Einführungsrede betonte Schulleiter Reinhard Müller, dass nach einer Zeit großer Anstrengungen, eine Zeit der Belohnung folgen dürfe. Allerdings mische sich darunter auch Abschiedsschmerz. Abschied von den Lehrern, Abschied aber auch von den Mitschülern. Habt Mut, selbständig eure Zukunft in die Hand zu nehmen! Nur wer Mut hat, ist lebendig! Reinhard Müller zitierte aktuell den Bundespräsidenten Köhler. Menschen mit Mut fielen nicht vom Himmel. Sie würden geprägt in Familie, Schule und dem Wohnviertel. Bildung und Erziehung seien somit der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Reinhard Müller wünschte, dass die Bronner Schule aus den Abiturienten Persönlichkeiten gemacht habe und keine Spezialisten. Die weiteren Darbietungen des ABI - Jahrgangs 2004 wurden sinnvoll unterbrochen durch die Möglichkeit, zu einem kulinarischen Abendessen aus der Palatin - Küche und durch viele persönlich gehaltene Danksagungen an die Lehrer. Da fiel der Abschied schwer. Zum Ende des ABI - Balls 2004 ließen es sich die Abiturienten nicht nehmen, dem in Pension gehenden Leiter des Wirtschaftsgymnasiums, Studiendirektor Jürgen Ersing, ein letztes Mal zu danken: für sein Engagement, seine Freundlichkeit, sein Verständnis und die gute Atmosphäre, die er z. B. in Beratungsgesprächen zu schaffen wusste. | | Fs | | |
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