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Abitur 2003.jpg (80181 Byte)      Verabschiedung der Abiturienten 2003 am 3. Juli 2003        Abiwaves.jpg (59865 Byte)

In der gutbesetzten Aula des Berufsschulzentrums Wiesloch, begrüßte am 5. Juli der Leiter des Wirtschaftsgymnasiums (WG) der Johann – Philipp – Bronner Schule, Wiesloch, Studiendirektor Jürgen Ersing, die anwesenden Schülerinnen und Schüler, die Eltern und Lehrer. Ein besonderer Gruß galt Gustav Haury, dem Vorgänger von Schulleiter Reinhard Müller, der mit seiner Gattin zur Feierstunde gekommen war. Ersing wandte sich an die Abiturienten: „Möge Ihnen in Zukunft alles so gelingen wie das Abitur!“ Der Leiter des WG dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen Schülern, und Lehrern, Schulleitung und Eltern und für das Engagement der Lehrer, das über das Regelstundenmaß hinausgehe. Insgesamt haben die Abiturienten 31.923 Punkte erzielt. Das entspricht einer Durchschnittsnote von 2,7. In seinen Gedanken zum Abschied beschwor Jürgen Ersing die Macht der Emotionen. Wir sind nicht das Zentrum des Universums, aber wenn wir in einen Super-Flitzer steigen, und damit einen hohen Berg hinauffahren und im Morgengrauen auf die Welt hinuntersehen, können wir uns für kurze Zeit so  f ü h l e n. Den Rest des Tages dann sind wir, was wir immer sind: Vernünftig und beherrscht, zielgerichtet und effektiv. Letztlich ist es unsere Vernunft, die uns sagt, wohin die Reise geht und nicht unser Bauch! Wir Wirtschaftssubjekte verhalten uns stets rational und emotionslos. Wir fragen uns: „Was kostet mich das? oder „Was bringt mir das?“ und entscheiden uns dann für die Variante, die  uns am meisten bringt. Mittlerweile haben diese Überzeugungen der Wirtschaft ein wenig gelitten. Wir halten beispielsweise Aktien selbst dann noch, wenn ihr Kurs im tiefsten Keller liegt, während wir die steigenden vorschnell verkaufen. Seit die Meteorologen uns mit  g e f ü h l t e n  Temperaturen konfrontieren, haben wir uns daran gewöhnt, dass zwischen objektiven Zahlen und unserem subjektiven Gefühl eine ziemliche Distanz bestehen kann. So konnte es kaum mehr überraschen, dass uns die Umstellung auf den Euro schwerer gefallen ist als wir dachten. Nicht eine allgemein grassierende Rechenschwäche ist dafür verantwortlich, vielmehr stellen wir fest, dass das liebe Geld überraschenderweise mehr eine Frage des Gefühls als des Kopfes ist. Weil die Menschen also vor den Kühlregalen der Republik stehen und grübeln, wie sich eine bestimmte Summe in Euro anfühlen könnte, misstrauen sie der neuen Währung und neigen zu der Annahme, alles sei teurer geworden. Damit haben sie laut Statistik nicht Recht, das hindert sie aber nicht, trotzdem weniger zu kaufen. Jedes Mal, wenn die Gewinne sinken und die Börsenkurse der Aktiengesellschaften fallen, sehen sich deren Manager veranlasst, umfangreiche Kostensenkungsprogramme durchzuführen. Unternehmen, die solchem management by emotions (Gefühlen) folgen, seien dann nicht mehr in der Lage, am nächsten Aufschwung teilzunehmen, weil qualifizierte Mitarbeiter weggespart worden waren. Dass es an Prüfungstagen extrem zugeht, ist jedem klar, so Ersing weiter, der Abitur schon mehrfach erlebt hat. Junge erwachsene Menschen sitzen schluchzend auf dem Fußboden und stammeln: „Ich kann nicht an der Prüfung teilnehmen!“ Andere bekommen bei der Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse einen Schreikrampf vor Freude. Wieder andere setzen sich in ihr Auto und fahren so lange in der Stadt herum, bis der Kummer über das Nichtbestanden erträglich wird. Schüler fallen Schülern, manchmal auch Lehrern um den Hals, während sich Lehrer dezenter freuen. Unsere Gefühle sind nicht einfach schmückendes Beiwerk empfindsamer Menschen, Emotionen, so moderne Neurologen sagen, dass wir ohne unsere Gefühle schlicht und einfach lebensunfähig wären. Wer geglaubt hat, der Fortschritt werde darin bestehen, dass die Menschen sich endgültig aus der Umklammerung der Gefühle befreien, muss also umdenken. Wollen wir etwas über die Zukunft erfahren, müssen wir uns fragen, w e l c h e Gefühle in Zukunft eine große Karriere machen werden. Irgendwie hat sich in unserer Gesellschaft das Gefühl breit gemacht, nicht im Paradies zu leben, sondern in einer Welt, die eigenartig leer und beklemmend ist. Vor allem jüngere Menschen berichten in jeder Umfrage neu von ihren negativen Gefühlen, die so gar nicht zu der großen Freiheit passen wollen, in der wir uns zweifellos befinden. Das Konzept eines freien und selbstbestimmten Lebens ganz ohne Bindungen klingt wunderbar. Wir sind allerdings nicht dafür gemacht. Es verursacht uns schlechte Gefühle. Das Verschwinden der Tradition und damit unsres gesamten Bezugssystems lässt uns desorientiert und isoliert zurück, es stürzt uns in emotionale Nöte und lässt uns an unserer Identität zweifeln. Die Menschen werden einsamer, die Folgen dieser Isolation, wie auch die Versuche, diese Einsamkeit zu überwinden, werden immer häufiger. Geschäftemacher werden die Ausbeutung des Alleinseins zu einem prosperierendem Wirtschaftszweig anwachsen lassen, indem sie uns versprechen, sie könnten die Einsamkeit überwinden. Praktisch alle Großunternehmen haben in größerem oder kleinerem Stil Menschen entlassen; allein im Jahr 2002 sind 140.000 Arbeitsplätze weggefallen. Damit ändert sich auch die Beziehung der Menschen zu ihrer Arbeit: sie lockert sich und über allem schwebt das Gefühl der Auflösung. Ersing warnte die Zuhörer vor einseitiger Schwarzmalerei: Wir wissen, dass wir uns in Melancholie und Traurigkeit steigern, wenn wir passiv bleiben und dass wir uns für die optimistischste Sicht der Dinge entscheiden sollten. Wir wissen, dass Lachen unser Immunsystem stärkt und damit unserer Gesundheit förderlich ist. Wir können uns aber auch so verhalten wie ein Mann, der sich so lange in die Vorstellung hineinsteigerte, der Nachbar werde seine Bitte um einen Hammer abschlagen, bis er zornbebend an dessen Tür klopft und dem ahnungslos Öffnenden entgegenbrüllt, er solle seinen dämlichen Hammer bloß behalten.  

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Der Leiter der Johann – Philipp – Bronner Schule, Oberstudiendirektor Reinhard Müller, zeichnete anschließend die Lob- und Preisträger des Jahrgangs 2003 aus. Für ihn gäbe es keinen schöneren Anlass, als Schülerinnen und Schüler für ihre besonderen Leistungen zu gratulieren. Und im Hinblick auf die von der Wirtschaft abverlangte dauernde Lernbereitschaft junger Menschen betonte der Schulleiter: „Wissen ist der einzige Rohstoff, der sich beim Gebrauch vermehrt!“ Neben den notenmäßigen Höchstleistungen, ehrte Reinhard Müller die Besten im Fach VBRW, im Fach Französisch, im Fach Spanisch. Er vergab die Alfred Maul Medaille für beste sportliche Leistungen und einen Preis für besonderes soziales Engagement. Die Stammkursleiter Jürgen Ersing, Walter Kenz und Gerd Wettstein teilten in einem weiteren Programmpunkt das aus, worauf die Abiturienten bereits sehnlichst gewartet hatten: das Abiturzeugnis. Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde von Maria Ehrhard an Klavier und Geige, Nadine Westermann , Geige und Mirjam Engelhardt am Klavier. Melanie Greiner, die aktuelle Scheffelpreisträgerin, betonte in ihren Worten einer Abiturientin: „Wir haben dafür zu sorgen, dass unsere Nachkommen später einmal von den Schreckensbildern eines Krieges verschont bleiben und sicher aufwachsen können.“ Das sei eine große Aufgabe, die Toleranz, Mut und nicht zuletzt Zivilcourage erfordere. Sie dankte den Eltern, die ihnen allen gerade in den letzten Monaten beistanden. Sie haben den Schülern erst ermöglicht, eine weiterführende Schule zu besuchen, durch finanzielle wie emotionale Unterstützung. Im Namen des Abiturjahrgangs 2003 wünschte Melanie Greiner den anwesenden Lehrern alles Gute und verband damit den Wunsch, dass die Pädagogen den Jahrgang in guter Erinnerung behalten mögen.
 
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