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ABI 2001 am Wirtschaftsgymnasium Wiesloch

 

Ein aufblasbares Labyrinth im Schulhof der Johann- Philipp- Bronner Schule, Wiesloch und Schüler, die sich darin nass spritzen: bei den herrschenden Temperaturen in der letzten Woche ein gelungener ABI- SCHERZ 2001.

Am Donnerstag Abend dann: Versammlung der Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums Wiesloch (WG) mit ihren Eltern und Lehrern in der Aula des Berufsschulzentrums zum Empfang der begehrten Abiturzeugnisse. Der Leiter des Wirtschaftsgymnasiums, Studiendirektor Jürgen Ersing, begrüßte die Anwesenden, nachdem Gabriel Rösch (Klasse 12/1) mit einer leichthändig vorgetragenen Klaviersonatine von Mozart die Feierstunde eröffnet hatte. Unter den Ehrengästen der ehemalige Schulleiter: Gustav Haury mit Gattin. Ersing dankte vor allem den Eltern. Sie haben ihre Söhne und Töchter nicht nur auf den Weg des Abiturs am WG geschickt, sie seien auch mitgegangen, haben sich gefreut, gehofft und auch mitgelitten. Von den diesjährigen an den Prüfungen teilgenommenen 62 Schülerinnen und Schülern haben 59 bestanden. Der Leiter des WG gratulierte mit den besten Wünschen für die Zukunft. Da im letzten Jahr ein Vertreter des Fachbereichs Deutsch Gedanken zur Entlassung vortrug, hatte sich für diesen Abend Studiendirektor Werner Gänzler vom Fachbereich Naturwissenschaften vorbereitet. Der Fachmann für Mathematik, Physik und Chemie begann mit der häufigsten Schülerfrage an die  Lehrer der Naturwissenschaften: „Wofür braucht man das?“ Diese Frage, die fast immer eine Komponente der Ablehnung in sich trüge, sei heutzutage verwunderlich. Tagtäglich werde man in allen Medien mit Begriffen konfrontiert, die mit Naturwissenschaften zu tun haben: Atomstrom, Castortransporte, Ozonloch, Treibhauseffekt, Gentechnologie, Embrionenforschung... Für ein Verständnis dieser Begriffe würden in den Unterrichtsfächern Mathematik, Physik, Biologie, Chemie wesentliche Grundlagen gelegt. Werner Gänzler bescheinigte denjenigen eine partielle Blindheit, die die Bedeutung der Naturwissenschaften in Gesellschaft und Schule als vernachlässigbar oder untergeordnet ansähen. Fortschritt sei schon immer eng mit der Entwicklung der Naturwissenschaften verknüpft gewesen. Die fast religiöse Fortschrittsgläubigkeit auf der einen und die panische Fortschrittsangst auf der anderen Seite haben immer mit Defiziten im Wissen zu tun. Gänzler forderte in diesem Zusammenhang genügend ausgebildete Lehrer, ausreichend modern ausgestattete Lernsituationen und eine Politik, die nicht nur Hoffnungen wecke, sondern sie auch erfülle. Den Erwerb von Wissen müsse eine Steigerung der Kritikfähigkeit begleiten, damit Konflikte mit Diskussionen und Sachargumenten und nicht mit Gewalt gelöst werden. In jüngster Zeit habe die Physik die Grenzen der unbelebten Materie überschritten und wende sich gemeinsam mit Biologie, Chemie und der forschenden Medizin der Aufklärung organischer Mechanismen zu. Dabei erschienen auch ganz grundlegende Fragen philosophischer Qualität, also Verknüpfungen zu den Geisteswissenschaften. Am Beispiel des Lasers erläuterte Werner Gänzler die Frage nach dem Wofür. Die Grundlagenforschung befasse sich zunächst mit der Beobachtung der Natur, experimentiere, formuliere Regeln und Gesetze und überprüfe die Ergebnisse mit Hilfe der Mathematik. Die Anwendung der so gewonnenen Erkenntnisse ließe sich oft erst viel später realisieren. Die Theorie des Lasers war zu Gänzlers Studienzeiten hochinteressant, aber offenbar zu nichts nütze. Heute könne man sich die Lasertechnik aus dem Operationssaal, der Musikproduktion –sprich CD- und vielen anderen Bereichen nicht mehr herausdenken. Die Chancen, aus erworbenen Kenntnissen kluge Schlüsse zu ziehen, seinen auch im naturwissenschaftlichen Bereich unerschöpflich. Auch von diesen klugen Schlüsse hänge es ab, ob unsere Welt in eine erträglichere Zukunft gehe. Aus diesen gewichtigen Worten löste Melanie Esterle (Klasse 12/1) am Klavier gekonnt die Anwesenden mit einer heiteren Mozart Fantasie heraus. Die Lob- und Preisträger wurden auf die Bühne gebeten. Oberstudiendirektor Reinhard Müller, der Leiter der Johann- Philipp- Bronner Schule, zeigte sich glücklich darüber, dass er 59 Absolventen gute Wünsche auf den Weg mitgeben konnte. Wissen allein sei noch keine Bildung. Dazu müsse Problembewusstsein, Individualität, Kommunikationsfähigkeit, Toleranz und der Sinn für das Gemeinwohl kommen.

Neben den zahlreichen Loburkunden und Buchpreisen für gute bis sehr gute schulische Leistungen, übergab Reinhard Müller gleich dreimal den Preis für „die besten Leistungen im Profilfach Volks- und Betriebswirtschaftslehre mit Wirtschaftlichem Rechnungswesen“ an Nadine Brandt, Sarah Benesch und Anette Ihle. Melanie Six und Thomas Grabenbauer erhielten den Preis für „besonderes Engagement zum Wohle der Schule“. Für sportliche Bestleistungen wurde Matthias Mühlhauser mit der Alfred- Maul- Gedächtnis Medaille in Bronze ausgezeichnet. Und den Buchpreis „Förderung des Ehrenamtes“ des Sportkreises Heidelberg bekam Nina Grimmer. Höhepunkt des Abends: die Vergabe der Abiturzeugnisse durch die Klassenlehrer Günter Katz, Werner Bender und Michael Rochlitz. Rhythmisch und beschwingt übernahmen Melanie Esterle und Gabriel Rösch mit einer Jazz- Etüde zu vier Händen die Stimmung der nun Ehemaligen. Die traditionellen Worte der Abiturienten, vorgetragen von Nadine Brandt und Christiane Jahnke, handelten von Labyrinthen im grauen Schulhaus, „Dramen“ bei der Aufteilung der Schüler in Klasse elf, aber auch von einer guten und berufsnahen Vorbereitung auf ein Leben nach dem Abitur. Der neue Limo- Automat wurde ebenso gerühmt wie der neue mit PC ausgestattete SMV- Raum und die Herausgabe einer neuen Schülerzeitung. Darüber hinaus sei es gelungen, das Nahrungsangebot in der Schule am Nachmittag zu erweitern. Im Namen des Jahrgangs 2001 bedankten sich die beiden bei allen Lehrern mit je einer Rose. Sandra Bender, Sandra Vetter, Querflöte und Maria Erhard, Klavier (Klasse 11/1) intonierten gekonnt und sinnreich den Abschluss der Feierstunde mit dem bekannten Song „Time to say Goodbye!“ Später dann am Buffett, das Schülerinnen aus der Klasse 11/2 vorbereitet hatten, wurde die Gelegenheit wahrgenommen, den Abschiedsschmerz herauszuzögern.

Letzte Gelegenheit, vom Jahrgang 2001 Abschied zu nehmen, bot der ABI- BALL, dieses Mal im Harres in St. Leon-Rot. Der Leiter der Johann- Philipp- Bronner Schule, Wiesloch eröffnete den Abend mit einem Zitat von Albert Einstein: Schule solle es sich zum Ziel setzen, den jungen Menschen als harmonische Persönlichkeit und nicht als Spezialisten zu entlassen. Viel gab es zu managen, denn dieses Jahr fielen mündliches Abitur, Abi- Scherz, Zeugnisausgabe und Abi- Ball in eine einzige Woche. Auch mit Hilfe der erworbenen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse in Logistik, Zeitmanagement und Netzplantechnik seien die Vorbereitungen der nun Ehemaligen gelungen: „Habt Mut, selbständig eure Zukunft in die Hand zu nehmen!“ Mit musikalischen und  tänzerischen Darbietungen, einem Film zum Schulalltag und dem Spiel: „Wer wird Millionär?“ gestalteten die Abiturienten den Abend sehr abwechslungsreich. Gerade bei diesem berühmten TV- Spiel stellten die Abiturienten ihre guten, in der Schule erworbenen, IT- Kenntnisse unter Beweis Erster Höhepunkt: Tanz und Gesang aus dem Musical: „Phantom der Oper“. Ein weiterer Höhepunkt: das Lehrer- Spiel, das auch eine soziale Komponente beinhaltete. Jede Lehrergruppe „raste“ mit einem Behälter durchs Publikum und bat um eine Spende. Die Gruppe mit dem meisten Inhalt gewann. Gewonnen hatte aber auch die Behindertenwerkstatt in Wiesloch. Die gesammelten 510,00 DM, von den Abiturienten auf 700,00 DM aufgestockt, sind für diese Einrichtung bestimmt. Grußworte der Stammkursleiter und der traditionelle Abschiedsgesang der ehemaligen WG’ler bildeten den Abschluss des Programms.

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