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Die diesjährige Verabschiedung der Absolventinnen
und Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums der Johann – Philipp –
Bronner Schule Wiesloch wurde schwungvoll eröffnet von Rebecca Lautner
(13/1) am Klavier. Chopin und Mozart standen auf dem Programm.
In der gutbesetzten Aula des Berufsschulzentrums
Wiesloch, begrüßte die Leiterin des Wirtschaftsgymnasiums (WG),
Studiendirektorin Gabriele Treiber, die anwesenden Schülerinnen und Schüler,
ihre Eltern und Lehrer. Vorüber sei die Zeit des Lernens, des Wartens auf
die Rückgabe von Klausuren, des Bangens vor dem mündlichen „Abhören“,
des Rechnens und Hoffens auf die notwendigen fünf Punkte in den
verschiedensten Fächern. Erstmals haben die Schülerinnen und Schüler
vier statt drei schriftliche Prüfungsfächer meistern müssen. Die
allgemeine Hochschulreife erlangten 60 Gymnasiasten, mit einem
Gesamtdurchschnitt von 2,8. In ihren Gedanken zu diesem Abend
ging Gabriele Treiber auch in ihrer Funktion als Lehrerin für
Englisch und Biologie auf den bedeutungsvollen Unterschied von happiness
und luck ein. Ist man für sein Glück selbst verantwortlich, wie
Wissenschaftler behaupten oder ist es ein Geschenk der Götter, wie
Friedrich Schiller einmal formulierte? „Wissenschaftler enträtseln das
Geheimnis der Natur: Jeder Mensch kann glücklich sein.“ Gabriele
Treiber zitierte den Unternehmer Peter Ludwig: „Glück ist, zu
realisieren, was man sich vorgenommen hat.“ Die Anstrengungen, die die
Schülerinnen und Schüler während drei Jahren WG unternommen hatten, um
das Abitur zu schaffen, seien überwiegend dem selbstgeschmiedeten Glück
zuzurechnen. Und doch sei der Erfolg ebenso manchem glücklichen Umstand
zu verdanken gewesen. Die Gebrüder Grimm hätten über das Märchen von
„Hans im Glück“ den Lesern gezeigt, dass wahres Glück von den
Einstellungen zum Leben und nicht von äußeren Umständen abhänge.
Obwohl sich das Pro-Kopf-Einkommen in den U.S.A. zwischen 1930 und 1990
nahezu vervierfachte, sei der Anteil der ausgesprochen Glücklichen bei
30% der Bevölkerung geblieben. Gabriele Treiber erhärtete dies mit einem
Ausspruch des österreichischen Psychotherapeuten Watzlawik: Glück habe
nichts mit erfüllten Wünschen zu tun. Seit Jahrtausenden besitze der
Mensch die Fähigkeit, in einer Umwelt zurechtzukommen, so die Leiterin
des WG weiter, die nur selten seinen Wünschen entspräche. Serotonin,
Dopamin und Endorphine seien für positive Gefühle im Menschen zuständig.
Ein leider nur künstliches Hochgefühl bewirke die Pille Prozac, die
trotz nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen, etwa 40 Millionen
Menschen weltweit konsumierten. Wahres Glück, also „Happiness“ könne
man jedoch nicht kaufen, Glück sei
-nach Erich Fromm- etwas, das nur aus der eigenen
Anstrengung komme und überhaupt kein Geld koste. Gabriele Treiber
beendete ihre Gedanken zur Verabschiedung mit einem Zuspruch an die
Abiturientinnen und Abiturienten: „Das innere Glücksgefühl, das Sie
mit Recht heute empfinden, liegt nicht allein in den vielen neuen
Erkenntnissen selbst, sondern in Ihrem eigenen Bemühen!“ Mit Song
„Come away with me“ von Nora Jones leiteten Maren Robbecke (Gesang
-13/3) und Linda Martin (Gitarre -13/2) gekonnt und stimmungsvoll zur
Verleihung von Lob & Preis über. Der Leiter der Johann - Philipp -
Bronner Schule Wiesloch, Oberstudiendirektor Reinhard Müller, hatte zunächst
alle Abiturientinnen und Abiturienten im Blick, wenn er sagte: „Mit
ihnen freuen sich alle, die während der „heißen Phase“ der Abiturprüfungen
mit ihnen gelitten, gebangt und gehofft haben, ihre Eltern, ihre
Verwandten, ihre Freunde, ihre Bekannten und natürlich auch ihre
Lehrerinnen und Lehrer.“ Auch dieses Jahr überreichte der Schulleiter
Lob und Preise persönlich: für noten mäßige und andere Höchstleistungen.
Der Preis für die besten Leistungen im Profilfach Volks- und
Betriebswirtschaftslehre mit wirtschaftlichem Rechnungswesen (VBRW) ging
an Michael Eckert (13/1), den Scheffel- Preis für herausragende
Leistungen im Fach Deutsch erhielt Simone Schneider (13/1), den
Apollinaire - Preis für besondere Leistungen im Fach Französisch hatte
sich Elke Heilmann (13/2) verdient, den Preis für besonderes soziales
Engagement in der Schule empfing Luisa Sandritter (13/3). Der
Heinrich-Heine Preis für besonderes Engagement im Deutschunterricht, den
der ehemalige Oberstudienrat Wolfram Koschmieder gestiftet hat ging dieses
Jahr an Christian Hecker (13/4). Der Pensionär selbst überreichte den
mit € 50,00 dotierten Preis. Schulleiter
Reinhard Müller ehrte Frau Dr. Sauve für ihren schulischen Einsatz im
Fach Deutsch. Die Pensionärin hatte sich bewegen lassen, wieder in den
Schuldienst einzutreten. Und dann gab es für die Abiturientinnen und
Abiturienten einen letzten offiziellen Händedruck von den Klassenlehrern
Günter Pfeiffer (13/1), Hans - Jürgen François (13/2), Brigitte Peter
(13/3) und Michael Ries (13/4) in Verbindung mit dem heißbegehrten
Abiturzeugnis. Herzlich gratulierte im Anschluss auch der Vorsitzende des
Fördervereins der Bronner Schule, Alex Wolf. Selbst einmal
Wirtschaftsgymnasiast im Hause, stellte er die Arbeit des Fördervereins
vor und die Möglichkeit über eine Mitgliedschaft mit der Bronner Schule
verbunden zu bleiben. Nach Nelly Furtado’s Song „Try“, interpretiert
von Maren Robbecke (Gesang -13/3) und Linda Martin (Gitarre -13/2),
stellte die Scheffelpreis-Trägerin, Simone Schneider, ihr Können unter
Beweis. Sie brach eine Lanze für das Lesen, als sie mit einem Zitat von
Iris Radisch aus „Die Zeit“ ihre Rede begann: „Gute Bücher bilden
nicht nur Herz und Verstand, sie machen auch glücklich.“ Mit Augustinus
habe eines der größten weltumstürzenden Wunder begonnen: dem stillen
Lesen. „Doch was taugt ein Wunder, das heute niemand mehr will?“,
fragte die Abiturientin, wenn „Clueless“ beliebter ist als Kleist?
Lediglich 6% aller Deutschen greifen abends lieber zum Buch als zur
Fernbedienung. Rundfunk und Fernsehen kippten zunehmend Kultursendungen
auf den Müll, während die Auflagen primitiver Wegwerfbücher ständig
stiegen. Während die Lesekompetenz bei Kindern nachhaltig sinken, ließen
sich Politiker ihre Reden schreiben und könnte sich die Mehrheit ihrer Wähler
nur noch auf kürzeste Texte konzentrieren. Dabei sei nur in großer
Literatur das Innere des anderen erfahrbar. Sich auf Literatur einlassen,
hieße, die Ideen und Bilder, die ein Autor beschreibt, vor seinem eigenen
geistigen Auge entstehen und auf sich wirken zu lassen. Niemand, der heute
Tolstoj gelesen habe, würde sich morgen mit den Phrasen eines
sprachdebilen Medienkapitalismus abspeisen lassen. Mit einem Appell
schloss die Scheffelpreisträgerin: „Bücher sind die Pforte zu einer
Welt, in der nicht alle Zeiger auf Geld gestellt sind.“ Simone
Schneider dankte allen Lehrerinnen und Lehrern, die den Gymnasiasten in
den letzten drei Jahren mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatten.
Studiendirektorin Gabriele Treiber dankte allen Mitwirkenden dieser
Feierstunde und lud die Anwesenden zu einem Umtrunk in das Foyer der Aula
ein, wo Schüler der Jahrgangstufe 12 unter der Leitung von Georg John die
Gäste bereits erwarteten.
Ein Lob erhielten:
Meike Treu, Jessica Bellemann, Patricia Sauer,
Ines Kuppinger, Melanie, BeierleChristian, ThomeMathias Hörner
Einen Preis erhielten:
Lisa Leschnig, Nadine Lutz, Elke Heilmann, Michael
Eckert, Simone Schneider, Christian Hecker
Der traditionell im Palatin stattfindende ABI –
Ball der Abiturientinnen und Abiturienten des Wirtschaftsgymnasiums bot
neben der Eröffnungsrede des Schulleiters, Oberstudiendirektor Reinhard Müller,
einigen Lehrerbeiträgen: „Können wir sie gehen lassen?“ und „Formulare“, eine Verbindung der Klassiker „Effie
Briest“ und „Kabale und Liebe“, gut einstudierte Tänze, darunter
ein hervorragendes Männerballett, auch power-point-gestützte Rückblicke
auf die beiden Studienfahrten in die Toskana und nach Berlin und den einwöchigen
Aufenthalt auf der Alb. Der diesjährige ABI - Ball setzte nicht nur mit
den Programmpunkten neue Maßstäbe, sondern auch mit der von den
Abiturienten engagierten Band „Cool Breeze“, die professionell und
unwiderstehlich zum Tanzen animierte.
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