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Verabschiedung der Absolventen
der Berufsfachschule für Wirtschaft am 22.07.2009
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| Am 22. Juli begrüßte
Studienrat Claus Lorenz, der Leiter der zweijährigen Berufsfachschule für
Wirtschaft (Wirtschaftsschule) an der Johann-Philipp-Bronner
Schule Wiesloch, Schüler, Eltern und Lehrer in der vollbesetzten Aula des
Berufsschulzentrums zur Verabschiedung der Absolventen der
Wirtschaftsschule: 75 Schülerinnen und Schüler sind zum Kampf um die
Mittlere Reife angetreten und 68 haben es geschafft. Herzliche Gratulation! |
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| Diesen guten
Wünschen schloss sich der Ständige Vertreter des Schulleiters,
Studiendirektor Thomas Christ an: „Wer diese zwei Jahre und die sich
anschließende Prüfung absolviert hat, der hat etwas geleistet, hat sich
Respekt und Anerkennung verdient.“ Thomas Christ begann seine Rede mit der
Frage, weshalb ein Schüler nach erfolgreich bestandenem Hauptschulabschluss
an eine weiterführende Schule gehe. Einmal sicherlich, weil sie keinen
Ausbildungsplatz bekommen hätten, andererseits aber auch weil sie der
Meinung seien, ohne höheren Bildungsabschluss überhaupt keine
Ausbildungsmöglichkeit zu bekommen. Allerdings empfinden Viele den
angebotenen Unterricht als zu schwer, sie setzen viel Zeit und Kraft ein, um
ihr Ziel zu erreichen, nehmen Nachhilfestunden. Andere resignieren, weil an
einer weiterführenden Schule wie der Wirtschaftsschule einfach mehr verlangt
werden muss, als sie dauerhaft leisten können. Nicht wenige Schüler hoffen
aber auch auf einen Lernerfolg ohne allzu große Anstrengungen. Eltern hoffen
auf gute Noten, in der berechtigten Sorge um die berufliche Zukunft ihrer
Söhne und Töchter. Die Politik erwartet, dass Jugendliche ohne
Ausbildungsplatz sinnvoll beschäftigt sind und nicht „auf der Straße
liegen“. Die Gesellschaft verlangt, dass Schule Erziehungsaufgaben mit
übernimmt und zunehmende familiäre Defizite ausgleicht. Arbeitgeber wollen,
dass die Schule möglichst viel berufliches Gebrauchswissen vermittelt. Dies
seien zunächst einmal die subjektiven Interessen der verschiedenen
Anspruchsgruppen, so Thomas Christ weiter. Aber kann und soll denn die
Schule alle diese Wünsche erfüllen? Ist denn der Kritikhagel, der auf Schule
und Lehrer niedergeht berechtigt? Was ist denn nun wirklich Aufgabe der
Schule? Der Ständige Vertreter des Schulleiters antwortete mit § 1 des
Schulgesetzes Baden-Württemberg: „Die Schule hat den in der Landesverfassung
verankerten Erziehungs- und Bildungsauftrag zu verwirklichen.“ Was mit
Erziehung gemeint ist, scheint nur oberflächlich betrachtet, klar. Doch
welcher Erziehungsstil ist anzuwenden? Ein anti-autoritäres
Sich-Selbst-Überlassen oder Klarheit und Strenge? Welche Werte sollen
vermittelt werden in einer Zeit des Werteverfalls? Mit PRO Konzept (Pünktlichkeit-Ruhe-Ordnung)
habe die Bronner Schule ein Konzept eingeführt, dessen Aufgabe es ist, eine
für Schüler und Lehrer positive Lernatmosphäre zu schaffen, das bisher von
den meisten Schülerinnen und Schülern mitgetragen wurde. Doch kann man von
einem gebildeten Menschen sprechen, der den Satz des Pythagoras auswendig
aufsagen kann ohne ihn zu verstehen? Ist der gebildet, der ausschließlich
das lernt, was ihm „was bringt“, sich beim Lernen auf das beschränkt, was
er später einmal im Beruf benötigt? Bildung schließt den ganzen Menschen mit
ein. Bildung geht über das Gebrauchswissen weit hinaus, es ermöglicht dem
Menschen eigene Überlegungen anzustellen. Während Erziehung ein Vorgang ist,
den man mehr oder weniger passiv erlebt, ist Bildung nur mit eigener
Bereitschaft und Mitarbeit zu erlangen und damit ein lebenslanger Prozess,
so Christ. Neben Gebrauchswissen habe die Wirtschaftsschule auch
Bildungsinhalte vermittelt. Nicht alles, was die Schüler gelernt hätten,
ließe sich unmittelbar im Beruf anwenden. Es seien Impulse gegeben worden,
das erworbene Wissen auf die verschiedensten Lebenssituationen anzuwenden.
Unsere Welt, und so schloss Thomas Christ, benötigt für die Beantwortung der
vielen ungelösten Problemen, wie Umweltzerstörung, Globalisierung und
Terrorismus eher gebildete Menschen. Angesichts der aktuellen Finanzkrise
wird eines deutlich: Smarte und Clevere gibt es schon genug. |
| Gleich im Anschluss wurden
die Schülerinnen und Schüler geehrt, die sich mit außergewöhnlich guten
schulischen Leistungen ein Lob bzw. einen Preis erarbeitet hatten. Valeria
Agrillo, Vanessa Bender, Lisa Mager, Katharina Merklinger, Kathrin Seifert
und Julia Six erhielten einen Preis, Maylin Ohlheiser und Christina Rühl
erhielten ein Lob. |
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Und dann kam der Programmpunkt, auf den schon alle
gewartet hatten. Die Klassenlehrer Dr. Bettina Sieber, Franco Gargano und
Christian Manz überreichten allen Absolventen der Wirtschaftschule die
Mittlere Reife -Zeugnisse. Dabei wandte sich auch Dr. Bettina Sieber mit
einem Wort an die Absolventen: „Niemand geht so einfach, er hinterlässt
Spuren!“
Ein weiterer Höhepunkt der Feierstunde waren die
Beiträge der nun ehemaligen Schüler der Berufsfachschule für Wirtschaft:
Beim Quiz-Taxi stellten Lehrer ihre Bildung unter Beweis, es folgten ein
Vielzahl von Dankesworten an die Lehrer, wie z.B. „Sie haben tagein, tagaus
an uns geglaubt“, eine Nachrichtensendung inklusive „Wetterbericht“, alles
auf die Wirtschaftsschule bezogen, regte zum Lachen an und ein Film
erinnerte in eindrucksvollen Bildern an zwei Jahre Wirtschaftsschule.
FS |
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