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Politik trifft
Wirtschaftsschule |
| Der Lehrplan für
die Berufsfachschule für Wirtschaft sieht im 2. Schuljahr vor, dass die
Schülerinnen und Schüler Mitwirkungs- und Gestaltungsspielräume im
öffentlichen Leben ihrer Schule, Gemeinde, ihrer Region und ihres
Bundeslandes kennen lernen und zwar handlungsorientiert. So kam der
Gemeinschaftskundelehrer der Johann-Philipp-Bronner
Schule, Frank Willner, auf die Idee, zum Thema „Politische Mitwirkung auf
regionaler Ebene“ einen Politiker einzuladen, der aus seinen eigenen
Erfahrungen berichten konnte. |
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Die Wahl fiel auf Karl Klein, der als langjähriger
Bürgermeister von Mühlhausen und Landtagsmitglied für den Wahlkreis Wiesloch
(seit 2006) sowohl auf kommunaler Ebene als auch auf Landesebene als
kompetenter Gesprächspartner in Frage kam. Zunächst gab Karl Klein
Wissenswertes zum Thema Landtagswahlen zum Besten. Beispielsweise hat der
Wähler nur eine einzige Stimme, statt wie in der Bundestagswahl zwei. Er
grenzte die Aufgabenbereiche des Landes vom Bund ab. Polizei und Bildung
seien die Kernkompetenzen eines Bundeslandes. Seine Erzählungen über den
Alltag eines Parlamentariers in Baden - Württemberg, zeigten eines ganz
deutlich: neben der einmal im Monat stattfindenden Landtagssitzung gibt es
eine Fülle von Ausschusssitzungen, in denen die Abgeordneten über die
verschiedensten Themen diskutierten. |
| Karl Klein ist Mitglied
in den Ausschüssen für Finanzen und ländlichen Raum. In letzterem geht
es um Themen wie Natur, Dorf- und Stadtentwicklung, Landwirtschaft und
Umweltschutz. Den Schülerinnen und Schülern wurde im Anschluss an diese
Ausführungen Gelegenheit gegeben, Fragen zu stellen. Davon machten diese
reichlich Gebrauch. Die meisten Fragen zielten auf den Werdegang des
Politikers ab. Wie kam Karl Klein zur Politik? Was waren seine vorigen
Tätigkeiten? Was sagte die Familie zu seinen politischen Ambitionen? Wie
wurde er Bürgermeister? Über alle das gab Karl Klein bereitwillig
Auskunft. Beispielsweise trat er im Jahre 1991 als Neuling gegen den
amtierenden Bürgermeister von Mühlhausen an, weil er in der Sache
Umgehungsstraße etwas bewegen wollte und gewann die Wahl. Als Politiker
stehe man ständig im Rampenlicht der Öffentlichkeit und habe sich als
Vorbild zu bewähren. Ebenso wie Bremen haben die Wähler in
Baden-Württemberg bisher Teilzeitparlamentarier in den Landtag gesandt.
Die Abgeordneten seien neben ihrer parlamentarischen Arbeit in einem
Beruf tätig gewesen. Das werde sich ab 2016 leider ändern. Vom Kreissaal
über den Schulsaal direkt in den Plenarsaal werde die Bürgernähe eines
Parlamentariers nicht unbedingt fördern. |
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Zum Dauerbrenner „Stuttgart 21“
äußerte sich Karl Klein informativ. Ein über hundert Jahre altes
Schienennetz sei zu sanieren und gleichzeitig die Anfahrt zum Flughafen
und den Messehallen zu reduzieren gewesen. In der Planungsphase seien 60
Variationen des Umbaus geprüft worden und 12.000 Einwendungen abgewogen.
Die Verantwortlichen entschieden sich für eine Tunnellösung. Man könne
zu „Stuttgart 21“ durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Tatsache sei
jedoch, dass die Baumaßnahmen ordnungsgemäß genehmigt worden seien. Von
zahlreichen Schülerinnen und Schülern auf den Polizeieinsatz gegen
Demonstranten am Stuttgarter Hauptbahnhof angesprochen, bedauerte Karl
Klein, dass es zu Verletzten gekommen war: In einer zivilisierten
Gesellschaft sollte das nicht vorkommen. Allerdings müsse man mit einem
Eingreifen der Polizei rechnen, wenn die Demonstranten mehrmalige
Aufforderungen, den Platz zu verlassen, ignorierten. Die Kritik der
Schüler am Polizeieinsatz zielte besonders auf die Härte des
Wasserstrahls ab und dass offenbar wahllos gegen alle Demonstranten
vorgegangen worden war. Karl Klein beendete seinen Besuch in der
Wirtschaftsschule der Bronner Schule mit einem Appell: Junge Leute
sollen sich für Politik und Gesellschaft interessieren, ihre Wünsche
artikulieren und in die politische Willensbildung einbringen. Der
Jugendgemeinderat vor Ort sei zu diesem Zweck fürs Erste bestens
geeignet. |
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Frank Willner dankte Karl Klein für seine offene Art und
dass er sich für diesen Morgen Zeit genommen habe. |
| FS |
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