Zufall führt zum Weinbau
1830Durch einen Zufall, so schreibt Bronner in der
Vorrede seines ersten Buches "Die Verbesserung des Weinbaus..." das 1830
erschien, konnte er in Wiesloch Ödland erwerben, auf dem er Weinbau betreiben wollte. Mit
vielen Mühen und Kosten machte er das Gelände urbar, obwohl die Behandlung des
Rebstockes früher nicht zum Bereich seines Wissens zählte. Trotzdem bildete sich in ihm
der Grund zur besonderen Liebe für diesen Kulturzweig. Um Meister im Rebbau zu werden
setzte Bronner seine Beratungen, Beobachtungen und Befragen von Winzern in Wiesloch, aber
auch in der Pfalz und im Rheingau fort, führte in seiner Anlage verschiedene
Schnittmethoden ein und bildete gleichsam einer Musterschule.
100 Morgen Rebgelände 1826-1838
Die Bronnersche Rebschule in Wiesloch nahm in den folgenden
Jahren große Ausmaße an: etwa 400 verschiedene Rebsorten wurden dort bei einem Bestand
von mehreren 100.000 Weinstöcken gehalten. Auf betreiben von Johann Philipp Bronner wurde
in der Hessel (Gelände des heutigen PLK) ein 100 Morgen großes Rebgelände angelegt.
02. Juni 1839
Das neue Wieslocher Rebgelände wird zu Ehren des damaligen
Markgrafen Wilhelm auf den Namen "Wilhelmshöhe" getauft. Markgraf Wilhelm war
es auch der Johann Philipp wegen seiner Verdienste und Forschungen über den Weinbau den
Titel eines "Ökonomierates" verleihen ließ. Gemäß seinem Leitspruch
"Erfasse und nütze den Geist der Zeit" machte Johann Philipp Bronner -
teilweise im Auftrag der Badischen Regierung - zahlreiche Reisen in verschiedene in- und
ausländische Weinbaugebiete um sich weiterzubilden. Bronners Reiseziele waren neben der
Pfalz, der Mosel und dem Rheingau, auch Württemberg und sogar Sachsen. Im angrenzenden
Ausland besuchte er Frankreich, die Schweiz, Österreich / Ungarn und Italien. Neben dem
landwirtschaftlichen Teil des Weinbaus und der Erziehung der Reben - hierbei favorisierte
Bronner vor allem den so genannten "Blockschnitt" und trug maßgebend für die
Verbreitung dieser Erziehungsmethode bei - lag die Verbesserung des Weinqualität dem
Weinbauforscher besonders am Herzen. Wie ein Patent verkaufte Bronner hierfür die Modelle
einer Schnellpresse (Spindelkelter), die er selbst entwickelt hatte, welche dann in
Originalgröße nachgebaut, vor Ort die unhandlichen Baumkeltern ersetzten.
Engagierter Rosenzüchter 1857
Neben seiner Familie, seinem Beruf, seinen
Forschungsarbeiten und Reisen fand Bronner noch Zeit, 13 Bücher und zahlreiche
Fachaufsätze zu schreiben. Sein letztes Buch "Die wilden Trauben des
Rheintales" stammt aus dem Jahre 1857. Doch nicht nur die Rebenpflege, auch die
Rosenzucht betrieb der Wieslocher Apotheker so engagiert, daß er selbst in seinem
Testament eine eigene Klausel für den Erhalt und Pflege seiner geliebten Rosen nach
seinem Ableben verfügte.