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Johann Philipp Bronner

* 11. Februar 1792

In Neckargemünd wird dem Provisor der hiesigen Apotheke Johann Ludwig Bronner von seiner Ehefrau Gertraud, geborene Cneib ein Sohn geboren

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13. Februar 1792        Das Kind wird im Elternhaus getauft; der Taufpate war Johann Philipp Cneib aus Mannheim, welcher dem Kind den Namen Johann Philipp erteilte.
1815                     Nach seinem Studium bei Staatschemiker Salzer in Durlach folgte das Staatsexamen, welches er mit Bravour bestand.
03. März 1816            Um 10 Uhr vormittags copulierte d.h. heiratete Johann Philipp Bronner die Tochter des damaligen Wieslocher Apothekers Friedrich Märklin mit dem blumigen Vornamen Tugendfreundin.
1816                     Johann Philipp Bronner übernahm kurze Zeit nach der Heirat die Apotheke seines Schwiegervaters und führte sie bis 1858.
1816-1822 Der Ehe Johann Philipp Bronners mit seiner Frau Tugendfreundin gingen vier Kinder hervor.
1828 Noch sehr jung, mit knapp 33 Jahren verstarb Tugendfreundin Bronner.
1829                                    Johann Philipp heiratete die Tochter des evangelischen Pfarrers von Biebelnheim bei Alzey, Elisabetha (Lisette) Heddaeus, eine Cousine seiner verstorbenen Frau.
1830-1835                 

 

Auch dieser zweiten Ehe gingen vier Kinder hervor. Johann Philipp Bronner wohnte in dieser Zeit mit seiner Familie im Haus der Apotheke, die zunächst ihren Standort Ecke Rathaus- / Pfarrgasse, danach Ecke Hauptstraße / Pfarrgasse und zuletzt Ecke Marktstraße / Hauptstraße hatte.
1848                         Sohn Philipp übernahm das Geschäft seines Vaters und ließ das Haus der heutigen Stadtapotheke in der Hauptstraße errichten und verlagerte die väterliche Apotheke nach dorthin.
Zufall führt zum Weinbau    1830

Durch einen Zufall, so schreibt Bronner in der Vorrede seines ersten Buches "Die Verbesserung des Weinbaus..." das 1830 erschien, konnte er in Wiesloch Ödland erwerben, auf dem er Weinbau betreiben wollte. Mit vielen Mühen und Kosten machte er das Gelände urbar, obwohl die Behandlung des Rebstockes früher nicht zum Bereich seines Wissens zählte. Trotzdem bildete sich in ihm der Grund zur besonderen Liebe für diesen Kulturzweig. Um Meister im Rebbau zu werden setzte Bronner seine Beratungen, Beobachtungen und Befragen von Winzern in Wiesloch, aber auch in der Pfalz und im Rheingau fort, führte in seiner Anlage verschiedene Schnittmethoden ein und bildete gleichsam einer Musterschule.

100 Morgen Rebgelände      1826-1838

Die Bronnersche Rebschule in Wiesloch nahm in den folgenden Jahren große Ausmaße an: etwa 400 verschiedene Rebsorten wurden dort bei einem Bestand von mehreren 100.000 Weinstöcken gehalten. Auf betreiben von Johann Philipp Bronner wurde in der Hessel (Gelände des heutigen PLK) ein 100 Morgen großes Rebgelände angelegt.

02. Juni 1839

Das neue Wieslocher Rebgelände wird zu Ehren des damaligen Markgrafen Wilhelm auf den Namen "Wilhelmshöhe" getauft. Markgraf Wilhelm war es auch der Johann Philipp wegen seiner Verdienste und Forschungen über den Weinbau den Titel eines "Ökonomierates" verleihen ließ. Gemäß seinem Leitspruch "Erfasse und nütze den Geist der Zeit" machte Johann Philipp Bronner - teilweise im Auftrag der Badischen Regierung - zahlreiche Reisen in verschiedene in- und ausländische Weinbaugebiete um sich weiterzubilden. Bronners Reiseziele waren neben der Pfalz, der Mosel und dem Rheingau, auch Württemberg und sogar Sachsen. Im angrenzenden Ausland besuchte er Frankreich, die Schweiz, Österreich / Ungarn und Italien. Neben dem landwirtschaftlichen Teil des Weinbaus und der Erziehung der Reben - hierbei favorisierte Bronner vor allem den so genannten "Blockschnitt" und trug maßgebend für die Verbreitung dieser Erziehungsmethode bei - lag die Verbesserung des Weinqualität dem Weinbauforscher besonders am Herzen. Wie ein Patent verkaufte Bronner hierfür die Modelle einer Schnellpresse (Spindelkelter), die er selbst entwickelt hatte, welche dann in Originalgröße nachgebaut, vor Ort die unhandlichen Baumkeltern ersetzten.

Engagierter Rosenzüchter      1857

Neben seiner Familie, seinem Beruf, seinen Forschungsarbeiten und Reisen fand Bronner noch Zeit, 13 Bücher und zahlreiche Fachaufsätze zu schreiben. Sein letztes Buch "Die wilden Trauben des Rheintales" stammt aus dem Jahre 1857. Doch nicht nur die Rebenpflege, auch die Rosenzucht betrieb der Wieslocher Apotheker so engagiert, daß er selbst in seinem Testament eine eigene Klausel für den Erhalt und Pflege seiner geliebten Rosen nach seinem Ableben verfügte.

04. Dezember 1864

 

Johann Philipp Bronner starb am 4. Dezember 1864 im Alter von 72 Jahren in Wiesloch. "Ich sterbe gerne, ich habe ein langes, reich gesegnetes Leben führen dürfen", sollen seine letzten Worte gewesen sein

Eine Arbeit über Johann-Philipp-Bronner von Klaus Beneke - Universität Kiel

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