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Die Johann-Philipp-Bronner Schule öffnet sich für Experten aus Wissenschaft und Literaturbetrieb.

Am 28.4.2010 kam Dr. Friedrich Heinemann, der Leiter des Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim,  zu uns an die Schule, um mit mehreren Schulklassen über die Zukunft unseres Sozialstaates im europäischen Vergleich zu reden.

Die Schüler aus mehreren Klassen hatten sich gut vorbereitet.  Aber nicht nur das:  Das angesprochene Thema, so abstrakt es vielleicht vor einigen Jahren noch geklungen hätte, geht den Jugendlichen heute unter die Haut.  Es geht um ihre Zukunft.  Das hatten sie schnell kapiert – und so waren auch die Fragen, die sie dem Experten stellten:

„Welche Probleme hat unsere soziale Sicherung“? „Wie sicher sind unsere Renten und können wir überhaupt noch damit rechnen?“  „Sollte es eine Art Kinderprämie geben?“  „Welche Altersvorsorge wäre für uns sinnvoll?“  „Warum gibt es so viel Schwarzarbeit?“  „Soll Deutschland Griechenland helfen?“  „Wieso gibt es so viele unrealistische Versprechungen von Politikern?“  Dr. Heinemann ging auf alle Fragen sehr konkret ein – und man merkte, dass er ein versierter Redner ist, der nicht umsonst durch diverse Rundfunkbeiträge und in der  Politikberatung bekannt geworden ist.  Beinahe hätte die Doppelstunde in der Aula unserer Schule nicht ausgereicht, um alle Fragen zu diskutieren. Die Schüler blieben bis zum Schluss und spendeten dem Experten langen Applaus am Ende der Veranstaltung.  Im Internet ist eine lange Liste der Veröffentlichung von Dr. Heinemann zu finden, teilweise in öffentlichkeitswirksamer Form zusammengefasst durch den Südwestfunk: http://www.swr.de/blog/1000Antworten/antwort/author/fheinemann/

Bereits am Freitag, den 12. 3. 2010 besuchte der bekannte Karlsruher Krimi-Autor Wolfgang Burger die Johann-Philipp-Bronner Schule in Wiesloch, um mit drei Schulklassen über seine Heidelberg-Krimis zu reden.  Im Mittelpunkt der Diskussion stand der 2005 im Piper-Verlag erschienene Roman „Heidelberger Requiem“. Den hatten zwei der drei Klassen im Deutschunterricht gelesen und besprochen.

Im Zentrum der Romanhandlung steht der frisch zum Chef der Heidelberger Kriminalpolizei aufgestiegene Alexander Gerlach, ein alleinerziehender Vater, der gerade mit seinen zwei pubertierenden Töchtern von Karlsruhe nach Heidelberg gezogen ist.  Gerlach glaubt zunächst,  in der  romantischen  Universitätsstadt einen ruhigen Posten bekommen zu haben. Doch schon bald wird im Emmertsgrund die Leiche eines Chemiestudenten gefunden, der auf grausame Weise ermordet worden ist.  Der Fall scheint rasch lösbar zu sein, denn der junge Mann hatte synthetische Drogen hergestellt, um sein Budget aufzubessern. Doch bald kommt es zu einem weiteren Mord, der alle bisherigen Vermutungen über den Haufen wirft. Als Gerlach beginnt, das grausame Spiel zu durchschauen, ist es fast zu spät ...  
Ein spannender Roman mit einem sympathischen Helden, der sich ständig in die falschen Frauen verliebt und als allein erziehender Vater von seinen beiden Töchtern, die das Helmholtz-Gymnasium besuchen,  ganz nebenbei  immer wieder in Atem gehalten wird.

„Wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben und warum ausgerechnet Kriminalromane?“ Das war eine der ersten Fragen an den Autor, der ja eigentlich Elektro- und Medizintechnik studiert hatte und heute in einem Forschungslabor als Ingenieur  arbeitet.  Das Schreiben hat Burger begonnen, als er Mitte 40 eine Art Sinnkrise erlebte und einmal etwas völlig anderes machen wollte. Der Krimi ist dabei schon deshalb ein besonderes Genre, weil man in einen Krimi alles hineinpacken kann: Eine Liebesgeschichte, politische Fragen, lokale Themen, moralische Fragen usw. 

Und wieso immer wieder Heidelberg? Das war die nächste Frage. Die einfache Antwort: „Wenn man Bücher schreibt, dann möchte man, dass sie nicht nur gelesen, sondern auch viel gekauft werden. Und Heidelberg bedeutet in Deutschland was!  Dazu kommt noch, dass die Heidelberger absolute Lokalpatrioten sind. Die kaufen alles, wo Heidelberg drauf steht. Und dann gibt es in Deutschland viele, die einen Bezug zu Heidelberg haben, die haben hier studiert oder kennen jemand, der hier studiert hat. Und selbst diejenigen, die noch nie dagewesen sind, haben irgendwie das Gefühl, Heidelberg ist was Besonderes, da ist es toll!“

Als es dann um den Roman „Heidelberger Requiem“ selber ging, wurde eine längere Passage vorgelesen, in der die Frage der Schuld behandelt wird. Der oben erwähnte tote Chemiestudent war der Sohn des hochangesehenen Leiters der chirurgischen Abteilung des Heidelberger Uni-Klinikums, Professor Dr. Grotheer.  Der Mörder, ausgerechnet ein ehemaliger Polizist,  will sich für einen Vorfall in der Vergangenheit rächen, für den er dem Arzt die Schuld gibt. Das Gespräch über die vorgelesene Passage zeigte, dass es nicht immer vermeidbar ist, sich an dem Unglück eines Menschen schuldig zu machen oder zumindest als schuldig angesehen zu werden.  Ärzte müssen sich bisweilen – noch mehr als Lehrer – in Notsituationen rasch entscheiden, wem sie noch helfen können und wem nicht.  Und dann kommt noch dazu, dass bisweilen unvorhersehbare Komplikationen auftreten können.

Alles in allem war es  eine muntere Veranstaltung in der Aula der Johann-Philipp-Bronner Schule, die auf Veranlassung des Deutschlehrers, Detlef Zeiler,  durchgeführt wurde und zwei volle Unterrichtsstunden füllte.  Die Veranstaltung wurde auf Video aufgezeichnet und kann Interessierten zur Verfügung gestellt werden.

 

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