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Wer seine Söhne und Töchter dem
Wirtschaftsgymnasium Wiesloch anvertraut hat oder noch anvertrauen wird,
sollte wissen, dass diese Schulart zur Johann – Philipp – Bronner Schule
gehört, an der aktuell insgesamt 755 Schülerinnen und Schüler von 50
Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Er / Sie sollte ebenso wissen,
dass die Bronner Schule außerdem Wirtschaftsschule, Berufskolleg I & II
sowie Kaufmännischer Berufsschule mit ihren Ausbildungsberufen in den
Sparten Informatik, Industrie, Groß- und Außenhandel und Büro beinhaltet.
Das Wirtschaftsgymnasium wurde im Jahre 1972 vom
Kultusministerium unsres Landes der damaligen Handelslehranstalt Wiesloch
als weitere Schulart hinzugefügt. Der erste Satz aus einem Artikel der RNZ
vom 26.06.1986 ist auch heute noch Programm: „Das dreijährige WG bietet
wirtschaftlich interessierten Schülern eine Bildung im
sprachlich-literarischen Bereich (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch,
Russisch-als AG), mathematisch-naturwissenschaftlichen (Mathematik, Physik,
Chemie, Biologie) und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich (Wirtschaft,
Wirtschaftsinformatik, Informatik, Geschichte, Gemeinschaftskunde,
Religion). Das Profilfach Wirtschaft setzt sich zusammen aus
Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und wirtschaftlichem Rechnungswesen. Im
Profilfach geht es beispielsweise um Geschäftsfähigkeit, modernem
Zahlungsverkehr, Existenzgründung. Dazu gesellen sich Betrachtungen zu
gesamtwirtschaftlichen Aspekten, wie Marktmechanismus, Konjunktur und
Europäisches Währungssystem. Als Fertigkeiten wird Buchführung,
Prozesskostenrechnung und Bilanzanalyse eingeübt. Zur Vermittlung
umfassender moderner wirtschaftswissenschaftlicher Bildung gehört am
Wirtschaftsgymnasiums der Bronner Schule die Durchführung eines zweistufigen
Unternehmensplanspiels.
In jedem Fall erwerben die Absolventen des
Wirtschaftsgymnasiums die allgemeine Hochschulreife, auch wenn sie von der
Realschule keine zweite Fremdsprache mitbringen. Für die „Neuen“ der
Eingangsklassen finden seit 1999 Kompetenztage statt: Schülerinnen und
Schüler erleben sich im Rahmen der Kompetenztage in Bad Dürkheim als
Lernende (Präsentationstechniken), als Kreative (Kugelbahnbau) und
Talentierte (Bunter Abend), sportliche Aktivitäten inklusive. Seit 1997 gibt
es einen Schüleraustausch mit dem Lycée Saint François d’Asisse in
Fontenay-Aux-Roses. Mit den Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen AG, SAP
AG und Sparkasse Heidelberg verbindet die Bronner Schule eine langjährige
fruchtbare Lernortkooperation. Ob es sich um Schulungsmaterial zu
Lehrplanthemen handelt, Computer – Ausstattung oder Fachvorträge oder
Praktikumplätze, die genannten Unternehmen unterstützen die Bronner Schule
durch ihr nachhaltiges Engagement und entlasten damit die großen
finanziellen Anstrengungen des Rhein-Neckar-Kreises. „Die bereits getätigten
Bildungsinvestitionen in unsere Schule durch den Rhein-Neckar-Kreis sind
zwar eine notwendige Bedingung für eine erfolgreiche Unterrichtsarbeit“, so
der Leiter der Bronner Schule, Oberstudiendirektor Reinhard Müller, „aber
nicht hinreichend. Zur sächlichen Ausstattung kommen Lehrer, die sich im
Rahmen der Schulentwicklung „Operation eigenständige Schule“ (OES), selbst
Qualitätsstandards setzen, die in naher Zukunft durch die z.Zt. im Aufbau
begriffene Feedback-Kultur evaluiert wird.“ Beim Börsenspiel der Sparkasse
Heidelberg platzieren sich Schüler des WG regelmäßig unter die ersten drei
Ränge. So wurde 2004 eine Schülergruppe Landessieger.
Erstmalig im aktuellen Schuljahr 2008/ 2009 versetzten
sich Gymnasiasten der Jahrgangsstufe 2 vor Grundschulkindern erfolgreich in
die Rolle von Chemielehrern.
Auch Tradition wird an der Bronner Schule groß
geschrieben: Im Jahre 1992 feierte das WG sein zwanzigjähriges Bestehen mit
einem rauschenden Fest in allen Räumen der Schule, an dem etwa 800 ehemalige
Abiturienten teilnahmen. Und an der Jahrtausendwende trafen sich die
Ehemaligen erneut: das erste Abitur war 25 Jahre alt geworden. 450 Ehemalige
nahmen an den Feierlichkeiten teil. Viele meldeten sich mit Bedauern ab: Sie
könnten leider nicht extra aus Australien, den USA, Neuseeland oder
Südafrika anreisen. Unter den ehemaligen Abiturienten sind nahezu alle
akademischen Berufe vertreten: Jungunternehmer, Ärzte,
Wirtschaftswissenschaftler, Pfarrer, Ingenieure, Lehrer und viele andere.
Einige ehemalige Abiturienten sind Mitglieder des Lehrerkollegiums
geworden.
Der Kernsatz des Namenspatrons der
Johann – Philipp – Bronner Schule: „Erfasse und nutze den Geist der Zeit!“
ist bis heute ebenso programmatisches Ziel wie das von einer ehemaligen
Schülerin in ihrem Design Büro kreierte Logo der Schule, auf dem der Mensch
im Mittelpunkt steht. Die Schulleitung legt ebenso großen Wert auf eine
gute Zusammenarbeit mit der SMV. Die Schülermitverwaltung richtet z.B. in
ihren Spendenaktionen immer wieder das Augenmerk von Schülern und Lehrern
auf diejenigen Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns: z.B.
Aidskranke, Notleidende in Afrika und Sri Lanka. Mit der
Katharina-Shirani-Schule auf dieser Insel im Indischen Ozean existiert seit
2004 eine Patenschaft.
Die Abschlussfeier des
Wirtschaftsgymnasiums findet seit 1999 im wohlbekannten Palatin statt und
seit 2006 gibt es vor dem Abi-Ball der Abiturienten die begehrten
Reifezeugnisse, Lob und Preis und eine Abschiedsrede von den Lehrern.
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