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Ärzte ohne Grenzen in der Johann- Philipp -
Bronner Schule Wiesloch |
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Am 16. Juli hatten die Schülerinnen und Schüler der
Industrieklasse im zweiten Lehrjahr an der Johann-Philipp-Bronner Schule
Wiesloch eine Vertreterin der bekannten Hilfsorganisation „Ärzte ohne
Grenzen“ (ÄoG) eingeladen. Anlass: Die Übergabe einer Spende in Höhe von €
300,00. Gundula Epp, die seit 1993 bei ÄoG mit voller Energie mitarbeitet,
sechs Jahre im Vorstand saß, 1 ½ Jahre in Afrika tätig war und nun als
niedergelassene Hausärztin praktiziert, interessierte die Anwesenden
einerseits mit einem Überblick über die Hilfsorganisation und fesselte
andererseits mit ihren persönlichen Erlebnissen. „Ärzte ohne Grenzen“ wurde
1971 in Paris als „médecins sans frontières“ gegründet. Der Bürgerkrieg in
Nigeria machte zu jener Zeit Schlagzeilen, als die dortige Regierung die
Menschen in der nigerianischen Region Biafra dem Hungertod auslieferte. Die
Bilder von Kindern mit dünnen Ärmchen, aufgedunsenen Bäuchen und Fliegen in
den Augenhöhlen bewegte die Gründer zum Handeln. Man wollte nicht nur
Nothilfe bringen, wie das Rote Kreuz, man wollte auch die dortigen
Menschenrechtsverletzungen vor der Öffentlichkeit bezeugen. Das
Internationale Rote Kreuz hat zwar das Recht auch ohne Erlaubnis der
jeweiligen Regierung ungehindert zivile Kriegsopfer zu versorgen, darf aber
über die dortigen Verhältnisse keine Auskunft geben. So beinhaltet die
Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“ bis auf den heutigen Tag zwei wesentliche
Gesichtspunkte: medizinische Nothilfe und „témoignage“, also das Bezeugen
von Gewalttaten in Krisengebieten. Das mache diese Art der Hilfsleistungen
auch so gefährlich, so Gundula Epp weiter. Und nicht wenige Mitarbeiter
mussten ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen. Das Spendenaufkommen allein in
der Bundesrepublik Deutschland bezifferte die Ärztin mit annähernd € 20
Millionen, weltweit mit € 350 Millionen pro Jahr. Es werden zur Zeit etwa 70
Nothilfeprojekte betreut. Sei die Nothilfe geleistet, so suchten die
Mitarbeiter von ÄoG Entwicklungshilfeorganisationen, die vor Ort
weiterhelfen. Hier sei die Zusammenarbeit der verschiedensten Organisationen
sehr gut. International gibt es 2.500 Mitarbeiter und etwa 15.000 Helfer,
alles auf freiwilliger Basis. Neben den Ärzten selbst, arbeiten auch
Logistiker und Kaufleute bei „Ärzte ohne Grenzen“. Medizinische Hilfe,
Nachschub von Hilfsgütern und eine saubere Verwaltung der Spendengelder
bilden in dieser Organisation eine fruchtbare Verbindung. Ein besonderes
Problem erläuterte Gundula Epp zum Schluss ihrer Ausführungen: die
Versorgung von Menschen, die an Krankheiten litten, die bisher nicht im
Rahmen eines Nothilfeprogramms behandelt werden konnten und nannte
Beispiele: Tuberkulose, Aids, Schlafkrankheit und Kala Azar. Erstens seien
keine aktuellen Medikamente greifbar und zweitens sei beispielsweise eine
Aids-Behandlung mit € 12.000 pro Jahr weder für den Patienten noch für eine
Hilfsorganisation bezahlbar gewesen.
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„Ärzte ohne Grenzen“ sei es bei der Aids-Krankheit immerhin
gelungen, die Kosten auf € 350 bis € 600 pro Jahr und Patient
herunterzudrücken, durch Verhandlungen mit der Pharmaindustrie und auch
durch Protestaktionen. Der afrikanische Patient könne diese Summe
selbstverständlich immer noch nicht aufbringen, für eine Hilfsorganisation
seien Kosten in dieser Größenordnung aber eher bezahlbar. Damit wird auch
hier Hilfe möglich. Studienrätin Kerstin Hammel, die Klassenlehrerin der
angehenden Industriekaufleute, dankte Gundula Epp für ihren Einblick in die
Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ oder „médecins sans frontières“ und
die engagierte Ärztin nahm aus der Hand eines Schülers die Spende mit einem
herzlichen Dankeschön entgegen. |

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