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An diesem sehr sonnigen Montag, den
22. Juni versammelten sich Ausbilderinnen und Ausbilder, Eltern und
Lehrerinnen und Lehrer in der Aula des Berufsschulzentrums Wiesloch, um 78
junge Menschen zu verabschieden, die die schulische Abschlussprüfung der
Kaufmännischen Berufsschule (KBS) der Johann-Philipp-Bronner Schule
bestanden hatten. Mit einem Song aus den Neunzigern von Alanis Marisette („Ironic“),
eröffnete Nadine Schnell, zum einen Schülerin der Eingangsklasse 3 des
Wirtschaftsgymnasiums und zum anderen Sängerin in der Langenbrückener Band
„Wild Cover“ die Feierstunde. Der Leiter der KBS, Studiendirektor Werner
Bender, begrüßte alle Anwesenden und gratulierte den nun ehemaligen Schülern
und bis zum Bestehen der Kammerprüfungen Noch – Auszubildenden, sehr
herzlich zum bestandenen Schulabschluss. Die Absolventen wurden in den
Berufen Bürokaufmann, Groß- und Außenhandelskaufmann, Industriekaufmann,
Informatik- und Systemkaufmann ausgebildet. Die Fußball-Weltmeisterschaft
beherrsche momentan wie kein anderes Thema die Gespräche unter Kollegen und
Freunden, in Familie und Schule, so Werner Bender weiter. Deshalb kenne ein
jeder die sogenannten fünf Fußballweisheiten.
„Wichtig is uffm Platz!“ sei die
erste der Weisheiten. Nicht nur Fußballspieler müssen auf dem Platz Leistung
zeigen, sondern auch die Auszubildenden. Deren Platz ist Ausbildungsbetrieb
und Berufsschule. In den Unternehmen werden Eigeninitiative und eigene Ideen
(Kreativität) erwartet. Die Schule fordert Mitarbeit nicht nur im
Unterricht, sondern auch bei Projekten. „Das Runde muss ins Eckige!“ Tore
schießen ist die Seele des Fußballspiels, so wie betrieblicher und
beruflicher Erfolg für die Auszubildenden. „Ein Spiel dauert 90 Minuten!“
Diese Weisheit stimme nicht, verneinte der Leiter der KBS. Nicht wenige
Fußballspiele werden erst in der Verlängerung entschieden. Hartnäckigkeit
und Durchhaltevermögen seien angesagt. „Lassen Sie sich nicht entmutigen!“,
auch wenn das Prüfungsergebnis nicht wie erwartet ausgefallen sein sollte.
„Der nächste Gegner ist immer der Schwerste!“ Diese Weisheit sei eher
Kontraproduktiv, so Werner Bender. Die nächsten Herausforderungen im Beruf
seien nicht automatisch schwerer als die Abschlussprüfung. Es ginge vielmehr
darum, die zukünftigen beruflichen und privaten Herausforderungen anzunehmen
und realistisch einzuschätzen. Mit Neugierde und Gelassenheit müsse man an
die nächsten Aufgaben herangehen. Chancen müsse man sich erarbeiten, aber
auch dargebotene nutzen. Ist das Spiel abgepfiffen, könne sich auch einmal
herausstellen, dass man es verloren hat. Dann müsse man nach einer
ausführlichen Analyse die richtigen Schlüsse ziehen, fürs nächste Spiel,
denn „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!“. Der Leiter der Bronner Schule,
Oberstudiendirektor Reinhard Müller, belohnte anschließend Schülerinnen und
Schüler mit besonderen Leistungen mit einem Lob bzw. einem Preis. Eine
solide Ausbildung sei für junge Menschen eine gute Investition in die
Zukunft, sagte der Schulleiter, und Betriebe demonstrierten mit ihrer
Ausbildungsbereitschaft Weitsicht. Selbst mitten in Finanz- und
Wirtschaftskrise suchen Unternehmen leistungsbereite Mitarbeiter. Den Lob-
und Preisträgern und allen Anwesenden wünschte Reinhard Müller viel Erfolg
auf ihrem weiteren Lebensweg. Die begehrten SAP- R3, CISCO und Englisch-
Zertifikate bildeten einen weiteren Höhepunkt der Feierstunde. Die
Schülerinnen und Schüler in der KBS besitzen mit diesen Zertifikaten eine
solide Grundlagenausbildung in den Programmen SAP-R3, CISCO
(Netzwerktechnik) und in Wirtschaftsenglisch. Dabei betonte Studiendirektor
Werner Bender, dass nur wenige Schulen in der Bundesrepublik Deutschland
autorisiert seien, das SAP/R3 Basis-Zertifikat zu vergeben. Die
langersehnten Abschlusszeugnisse der Kaufmännischen Berufsschule erhielten
die Auszubildenden durch ihre Klassenlehrer: Günther Katz (Industrie), Hans-
Jürgen François für die erkrankte Brigitte Peter (Groß- und Außenhandel),
Günter Pfeiffer (Büro) und Lucia Hellinger (Informatik).
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Nach so vielen
Worten war es an der Zeit, Nadine Schnell auf die Bühne zu bitten. Sie
interpretierte einfühlsam und gekonnt Nelly Furtados Song „All Good
Things!“. |
Schüler der verschiedenen Abschlussklassen der KBS dankten ihren
Lehrern mit ein paar wohlgesetzten Worten: die drei Schuljahre seien wie im
Flug vergangen. Diese Zeit sei lehrreich, anstrengend und schön zugleich
gewesen. Nicht so sehr der Inhalt habe bei der Berufsausbildung im
Mittelpunkt gestanden, sondern vielmehr die Vermittlung von
Methodenkompetenz. Die Inhalte hätten eine immer kürzere Verfallszeit,
Methoden hingegen seien etwas Dauerhafteres. Die Feierstunde endete wie sie
begann: mit Nadine Schnell. Die Schülerin sang „Ich geh in Flammen auf“ von
Rosenstolz und den Ohrwurm „It’s My Life“ von Bon Jovi. Bei allen
Darbietungen glänzte die Schülerin und Bandsängerin in einer Person mit
Ausdrucksstärke und wohlklingendem Timbre. Werner Bender bat die Anwesenden
noch zum Verweilen in der Aula, wo Studiendirektor Günter Pfeiffer mit
Wirtschaftsgymnasiasten seiner Klasse Getränke und etwas für den kleinen
Hunger anbot. Viele machten davon Gebrauch. |