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Verabschiedung der Absolventen der Kaufmännischen Berufsschule 

In seiner Funktion als Leiter der Kaufmännischen Berufsschule (KBS) der Johann- Philipp- Bronner Schule Wiesloch verabschiedete am 28. Juni Studiendirektor Werner Bender die Absolventen der KBS. Vierundsiebzig Auszubildende hatten im Rahmen des  Dualen Systems Berufsschule & Ausbildungsbetrieb durchlaufen. Fünfunddreißig Betriebe der Region bildeten die nach der im Juli folgenden Kammerprüfung fertigen Büro-, Industrie-, Groß- und Außenhandelskaufleute, Informatik- und Systemkaufleute aus. Siebzehn Schülerinnen und Schüler erzielten ein Lob bzw. einen Preis für besonders gute schulische Leistungen. Nach Begrüßung der Absolventen, Ausbilder und Lehrer in der Aula des Berufsschulzentrums Wiesloch durch Studiendirektor Werner Bender stimmte Jennifer Dickinson per Gesang (One moment in time/ Whitney Houston) die Anwesenden gefühlvoll auf die bevorstehende Ansprache ein: Freude an der Arbeit solle man haben, so die Stellvertreterin Werner Benders in der Leitung der Kaufmännischen Berufsschule (KBS), Studienrätin Elke Beyerer. Im Unterricht solle das Menschliche und die Freude am Miteinander nicht zu kurz kommen. Elke Beyerer ging auf einen Artikel des „Mannheimer Morgen“ vom 12. Juni ein, in dem Bettina Eschbacher unter der Schlagzeile: „Der ganz normale Wahnsinn“ den Schulalltag einer Realschullehrerin schildert. Schon nach den ersten Zeilen stellten  sich einem die Haare zu Berge und jeder, der diesen Artikel ernst nehme, müsse uns Lehrer furchtbar bedauern und bemitleiden, ob dieser widrigen Arbeitsbedingungen und disziplinlosen Schüler, so die Studienrätin weiter. In der Kaufmännischen Berufsschule sei das anders. Die Berufsschüler hätten die Machtkämpfe, die während der Pubertät mit den Lehrern ausgefochten würden, schon hinter sich gelassen, und stünden schon mit einem Bein im Berufsleben, hätten somit bereits einen Plan, welche Leistungen zur Zielerreichung unbedingt notwendig seien. Freude an der eigenen Arbeit sei ein Stück Lebensqualität, sie wirke sich auf alle Lebensbereiche aus und auf die Gesundheit. Unter den Arbeitsbedingungen der Realschullehrerin, wie sie im zitierten Artikel beschrieben sind, könne man nicht lange durchhalten. 45 Jahre Berufsjahre prophezeite Elke Beyerer den Absolventen der KBS und -in Anspielung auf die Erweiterung der Lebensarbeitszeit- es würden eher mehr werden. Dabei könne nicht jeder Tag mit voller Begeisterung für die Arbeit beginnen. Die Freude hinge auch vom betrieblichen Umfeld ab, also wie Vorgesetzte und Mitarbeiter einem am Arbeitsplatz begegneten. Bei allen weniger erfreulichen Situationen im Berufsleben sollten die Absolventen der KBS immer daran denken, wie wertvoll es an sich sei, überhaupt Arbeit zu haben. Bei allem Gejammer über schlechte Arbeitsbedingungen, unfähige Mitarbeiter, unzureichende Bezahlung, zu viel Druck von oben, zu wenig Freizeit, verlören viele diesen Wert, Arbeit zu haben, aus den Augen, bedauerte Elke Beyerer. Sie beendete ihre Ansprache an die Absolventen der Kaufmännischen Berufsschule mit einem berühmten  Ausspruch: „Beklage dich nicht über Dinge, die du  nicht ändern kannst, denn dadurch änderst du sie nicht. Beklage dich aber auch nicht über Dinge, die du ändern kannst, sondern ändere sie.“

Mit diesem Tipp an die Absolventen der KBS leitete Elke Beyerer zur Auszeichnung der Jahrgangsbesten über. Oberstudiendirektor Reinhard Müller übernahm diese Aufgabe sehr gerne und beglückwünschte danach alle Auszubildenden zur erfolgreichen Beendigung ihrer schulischen Ausbildung. Reinhard Müller dankte den Ausbildern für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gerade in schwierigen Zeiten und die gute Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Schule. Erstmalig wurden die begehrten SAP- R3 Zertifikate und Englisch- Zertifikate den Zeugnismappen beigefügt und nicht persönlich an die Schüler überreicht. Studienrat Peter Scheubel begründete diese Verfahrensweise mit der hohen Zahl der Erfolgreichen dieser beiden Ergänzungskurse. Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler in der KBS besitzen damit eine solide Grundlagenausbildung im Programm SAP-R3 und in Wirtschaftsenglisch. Wie Peter Scheubel betonte, sind die Englisch – Zertifikate europaweit anerkannt. Die langersehnten Abschlusszeugnisse der Kaufmännischen Berufsschule erhielten die Auszubildenden durch ihre Klassenlehrer: Günter Pfeiffer und Peter Scheubel (jeweils Büro), Kerstin Hammel (Industrie), Luzia Hellinger (Informatik), Günther Katz (Großhandel). Nun ergriffen die nun ehemaligen Schülerinnen und Schüler der KBS das Wort. Viele Freundschaften seien begründet worden. Allen Lehrern, die in den Abschlussklassen unterrichtet hatten, wurde gedankt –ohne Ausnahme: dafür, dass sie den Schülern mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatten. Mit Worten, die die betreffenden Lehrer charakterisierten, baten die Ehemaligen sie nach vorne. Hier wurde dem Wehmut des Abschieds eine Stimme verliehen. Offensichtlich waren die Absolventen der KBS alles andere als froh die Schule zu verlassen, vertraute Lehrer und Schulfreunde. Jennifer Dickinsons Stimme (Dear Mr. President/Pink) in gefühlvollem und kräftigen Timbre verstärkte diesen Eindruck. Ein Beifallsturm der anwesenden Auszubildenden, Ausbilder und Lehrer belohnte Jennifer Dickinson für ihre künstlerisch wertvolle Leistung. Der Leiter der KBS, Studiendirektor Werner Bender, lud am Ende der Feierstunde alle Gäste und die nun ehemaligen Schülerinnen und Schüler zu einem Sektempfang im Foyer der Aula ein, vorbereitet von Studienassessor Franco Gargano mit seiner Wirtschaftsschulklasse. Noch recht lange waren Ehemalige, Ausbilder und Lehrer im Foyer im Gespräch miteinander.

Fs

 

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